nach oben| Eurimages
Der europäische Koproduktionsfonds EURIMAGES wurde 1988 als Teilabkommen des Europarates mit Sitz in Straßburg gegründet, um Kinofilme mit einer Mindestlänge von 70 Minuten, die als Koproduktionen zwischen mindestens zwei Mitgliedsländern produziert werden, zu unterstützen. Als rechtliche Basis dient das „Europäische Übereinkommen über die Gemeinschaftsproduktion von Kinofilmen“ („Multilaterale Konvention“ vom 2. Oktober 1992) bzw. das „Überarbeitete Übereinkommen über die Gemeinschaftsproduktion von Kinofilmen“ oder, bei Nichtanwendbarkeit, zwischenstaatliche Filmabkommen. Da Österreich das überarbeitete Abkommen zwar unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert hat, kann es für Koproduktionen mit österreichischer Beteiligung noch nicht herangezogen werden.

Das Ziel ist die Förderung der europäischen Filmwirtschaft unter Respektierung der kulturellen Vielfalt der Mitgliedsländer, eine Stärkung der Zusammenarbeit sowie die Erleichterung des Zugangs zu nicht-nationalen Märkten. Jedes Mitgliedsland des Europarates kann an diesem Programm teilnehmen, sofern es gewisse filmpolitische Kriterien erfüllt, seit Anfang 2017 auch außereuropäische Länder, wenn die Zusammenarbeit von Interesse ist.

Der Mitgliedsbeitrag der einzelnen Mitgliedsländer wird seit 2011 auf Basis des Brutto-Inlands-Produkts unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl und der pro Land und Jahr produzierten Koproduktionen errechnet. Auch das Förderungsresultat eines Landes bei EURIMAGES wird dabei berücksichtigt. Der Mitgliedsbeitrag Österreichs wird aus Mitteln des Filminstituts beglichen.
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nach oben| Koproduktionen
EURIMAGES fördert die Herstellung von Kinofilmen, die als mindestens zweiseitige Koproduktionen zwischen den EURIMAGES-Mitgliedsländern produziert werden. Die Auswahl der Projekte erfolgt durch die Landesvertreter*innen. Die Projekte werden in ihrer Gesamtheit und nach ihrem Anspruch beurteilt. Die Konstellation der Koproduktion spielt eine untergeordnete Rolle.

2019 gab es sieben Einreichungen mit österreichischer Beteiligung. Zwei majoritär österreichische, fiktionale Koproduktionen sowie eine aus österreichischer Sicht minoritäre, fiktionale Koproduktion erhielten Förderungszusagen in Höhe von 1,09 Mio. Euro. Die Forderungshöhe für die österreichischen Produzent*innen betrug 551.986 Euro.
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Quelle: EURIMAGES, Filminstitut
 
nach oben| Gender
Seit 2012 ist eine Arbeitsgruppe zum Thema Gender Equality tätig, seit 2016 unter österreichischem Vorsitz. Um dem Ergebnis der erhobenen Daten und dem Grundsatz des Europarates zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern Rechnung zu tragen, wurde die "Strategy for gender equality in the European film-industry 2018-2020" verabschiedet, deren Ziel "Aiming for 50/50 by 2020" lautet und die zahlreiche Maßnahmen zur Unterstützung und Förderung weiblicher Filmschaffender beinhaltet. Seit 2016 wird der mit 30.000 Euro dotierte Audentia Award auf jährlich wechselnden Festivals an eine Regisseurin vergeben.

Details unter: https://www.coe.int/en/web/eurimages/gender-equality
nach oben| Distribution and Exhibition
Neben der Herstellung unterstützt EURIMAGES auch den Verleih von europäischen Kinofilmen - eine Ergänzung zum MEDIA Programm der Europäischen Union für Länder ohne Zugang zum MEDIA Programm (Argentinien, Armenien, Georgien, Kanada, Montenegro, Russland und der Schweiz).
nach oben| Co-Production Development Award
Um die Zusammenarbeit an Projekten bereits im Stadium der Entwicklung zu fördern, verleiht EURIMAGES den Co-Production Development Award im Rahmen der Koproduktionsmärkte auf unterschiedlichen Festivals.

Details unter: https://www.coe.int/en/web/eurimages/development-awards
nach oben| Entscheidungsgremium
Das Entscheidungsgremium von EURIMAGES ist das Direktionskomitee, mit der Abwicklung ist das im Europarat in Straßburg ansässige Sekretariat betraut. Die Projektbetreuung erfolgt durch eine Landesvertreter*in, die vom Österreichischen Filminstitut bestellt wird, die politische Vertretung im Komitee wird durch das Bundeskanzleramt - Kunst und Kultur wahrgenommen.
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Albanien, Argentinien, Armenien, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kanada, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Montenegro (seit 01.01.2019), Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn und Zypern.

Stand: Dezember 2019