nach oben| Streamingdienste
Weltweit haben in den letzten Jahren digitale Verleihformen (in erster Linie die auf Abonnement basierenden Services - SVOD) den Markt neu aufgeteilt. 2015 hat in Österreich die Anzahl der Nutzer*innen von VOD erstmals die Millionengrenze überschritten, 2018 sind es schon 2,5 Millionen und 2019 beträgt die Gesamtzahl der Nutzer*innen 2,6 Millionen. Laut aktuellen, angepassten Prognosen sollen es bis 2023 schon 3,1 Millionen Nutzer*innen für VOD sein. Im Vergleich dazu sind es 2019 rund 3,6 Millionen Österreicher*innen gewesen, die ins Kino gegangen sind.

In Summe sind es aber immer noch mehr als drei Viertel aller Nutzungsminuten, die für lineares TV aufgeboten werden. In der Unterscheidung nach Altersgruppen aber wird die Dynamik erkennbar. Bei den Nutzer*innen mit mehr als 50 Jahren entfallen über 90% des Konsums von Bewegtbild auf lineares Fernsehen, bei den 14- bis 29-Jährigen aber mit 45,6% bereits deutlich weniger als die Hälfte. Umgekehrt nutzen die jüngsten Zielgruppen zu 36,2% ihre Zeit des Medienkonsums für Videos, bei den Ältesten sind es aber gerade 3,1%. Diese Entwicklung scheint irreversibel.

nach oben| Prognose der Nutzerzahlen von digital Medien Lade Tabelle
nach Segmenten in Österreich bis 2025 (in Millionen)
*Schätzung
Quelle: Digital Market Outlook, Statista, August 2020
 
nach oben| Marktanteile der Bewegtbildnutzung gestern in % Lade Tabelle
Durchschnittliche Nutzungsdauer in Minuten
Quelle: GFK, Bewegtbildstudie 2019
 
nach oben| Streamingnutzung
Unter dem Radar der lauten Diskussion um die Rolle von Netflix kann Amazon Prime seine dominierende Rolle als Abo-Anbieter in Österreich ausbauen, der Abstand zwischen diesen beiden Anbietern wird allerdings kleiner. In der Gesamtbetrachtung aber dominiert mit großem Abstand der Gratisanbieter YouTube die Streamingnutzung und kann auf diesem hohen Niveau (über 70%) sogar noch Reichweite gewinnen.

Der kostenfreie Zutritt ist auch bei den Mediatheken der TV-Anbieter gegeben. So ergänzen die Anbieter von linearem Fernsehen ihr Angebot non-linear. Und die Österreicher*innen schätzen dieses Angebot sichtlich. Die Mediathek des ORF wird zuletzt von 42,6% der Österreicher*innen genutzt (2018 waren es 43,5%), das ist noch immer eine deutlich höhere Zahl an Nutzer*innen als etwa die kostenpflichtigen Anbieter Amazon Prime oder Netflix aufweisen können. Und die hohen Zahlen an Nutzer*innen dieser Services der linearen TV-Anbieter belegen, dass dieser Vorsprung vermutlich noch eine Zeit halten wird.
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Reichweite der beliebtesten Video-on-Demand-Plattformen in Österreich 2018/2019
Quelle: GFK, Bewegtbildstudie für RTR und AGTT, 2019
 
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Reichweiten der beliebtesten Mediatheken in Österreich 2018/2019
Quelle: GFK, Bewegtbildstudie für RTR und AGTT, 2019
 
nach oben| Video-on Demand Umsatz
Die größten Sprünge im Wachstum der Vertriebsform VOD (bzw. SVOD) dürften nach Expertenschätzungen etwa bis 2017 stattgefunden haben, ab dann wurde der Anstieg etwas weniger steil. Während für EST kaum noch Wachstum zu erwarten ist, hat TVOD einige Wachstumsphantasie (allerdings auf vergleichsweise niedrigem Niveau), der Markttreiber aber wird weiterhin SVOD sein, das von 2017 bis 2025 in Österreich demnach noch um fast 70% zulegen dürfte. Gerade angesichts der jüngsten Entwicklungen im Markt aber sind derartige Prognosen (zumindest was die Umsätze und Erlöse betrifft) wenig verlässlich. Netflix und andere etablierte Anbieter investieren in Software, statt wie bisher vor allem Inhalte anderer Hersteller zu vertreiben. Da aber diese Rechteinhaber zunehmend selbst als Anbieter in den Streamingmarkt drängen (vor allem Disney und Warner) sind weder die künftigen Marktanteile, noch weniger aber die Umsätze prognostizierbar. Letzte Informationen gehen von vergleichsweise hohen Abogebühren der neuen Anbieter aus, die weitere Preispolitik bleibt aber abzuwarten und wird in erster Linie durch Verschiebungen der Marktanteile definiert werden.
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* Schätzung
nach Segmenten in Österreich bis 2025 in Millionen USD
Quelle: Digital Market Outlook, Statista, August 2020
 
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Quelle: Digital Market Outlook, Statista, August 2020