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Der Filmwirtschaftsbericht hat angesichts dynamischer Entwicklungen in der Branche, mehr denn je die wichtige Aufgabe, die Gesamtheit des Filmschaffens in Österreich als Teil der audiovisuellen Industrie darzustellen. Ein Kernelement (nicht zuletzt definiert das Filmförderungsgesetz §2, lit. c) das Ziel, die kulturellen, gesamtwirtschaftlichen und internationalen Belange des österreichischen Filmschaffens zu unterstützen, insbesondere durch Maßnahmen zur Nachwuchsförderung sowie durch Erstellung eines jährlichen Filmwirtschaftsberichts) sind dabei die wirtschaftlichen Eckdaten der Branche. Mit dem Filmwirtschaftsbericht 2018, facts + figures 17 werden die Daten zum Thema Filmwirtschaft nun zum neunten Mal in Folge auf Basis der Leistungs- und Strukturstatistik der Statistik Austria dargestellt. In der aktuellen Ausgabe sind aber einige Besonderheiten zu beachten, die eine modifizierte Darstellung einzelner Werte bedingen.

Durch die Änderung des Rechnungslegungsgesetzes sind die Werte der Umsatzerlöse nicht mehr mit den Vorjahreswerten vergleichbar. Da uns aber der Längsschnitt besonders wichtig erscheint, haben wir statt der Umsatzerlöse ab sofort die Erlöse und Erträge als Referenzwert ausgewiesen, da diese Werte auch für frühere Jahre rekonstruiert werden können. In allen Darstellungen sind daher diese Werte auch für die früheren Jahre ausgewiesen. „Die Erlöse und Erträge im Produktions- und im Dienstleistungsbereich (mit Ausnahme von Finanzdienstleistungen, Versicherungen und Pensionskassen) umfassen Umsatzerlöse, Erträge aus der Aktivierung von Eigenleistungen, Erträge aus Beteiligungen, Zinsen-, Wertpapier- und ähnliche Erträge, Subventionen sowie übrige betriebliche Erträge. Teile der sonstigen betrieblichen Erträge (wie aus der Auflösung von Rückstellungen, Rücklagen, a.o. Erträge) waren unter dieser Position nicht zu berücksichtigen.“ Im Gegensatz dazu beinhalten „die Umsatzerlöse die Summe der im Unternehmen während des Berichtszeitraumes für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit in Rechnung gestellten Beträge (ohne Umsatzsteuer), welche dem Verkauf und/oder der Nutzungsüberlassung von Erzeugnissen und Waren bzw. gegenüber Dritten erbrachten Dienstleistungen nach Abzug der Erlösschmälerungen (Skonti, Kundenrabatte etc.) entsprechen.

„Die Leistungs- und Strukturstatistik der Statistik Austria erlaubt wichtige Aussagen über die Struktur, Tätigkeit, Beschäftigung, Investitionstätigkeit und Leistung der Unternehmen auf nationaler und regionaler Ebene in der Gliederung nach Wirtschaftsbereichen entsprechend der ÖNACE. Diese Statistik wird in Form einer sogenannten Konzentrationsstichprobe (Vollerhebung mit variablen Abschneidegrenzen unter Berücksichtigung eines Repräsentanzkriteriums) bei gleichzeitiger konsequenter Nutzung verfügbarer Verwaltungsquellen (Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Finanzbehörden sowie ab 2008 auch Lohnzetteldaten) und von Synergien zwischen statistischen Erhebungen im Sinne des Bundesstatistikgesetzes 2000 erstellt. Alle Unternehmen unterhalb der gesetzlich vordefinierten Schwellenwerte (Abschneidegrenzen) werden mittels eines modellbasierten Ansatzes zur Datenergänzung mit Hilfe der verfügbaren Verwaltungsdaten auf Mikroebene berechnet“ (Statistik Austria). Statistik Austria berücksichtigt nur jene Unternehmen, die nach eigenen Angaben im jeweiligen Bereich ihren Tätigkeitsschwerpunkt haben. Gerade in den oft durch mehrere unterschiedliche Tätigkeiten gekennzeichneten Bereichen der Filmwirtschaft wird so sichergestellt, dass die tatsächlichen Akteure berücksichtigt werden und nicht nur die laut Gewerbeschein definierten Unternehmen.

Bei den kumulierten Umsätzen ist zu beachten, dass die Vorleistungen hier nicht abgezogen sind. Die dargestellten Werte entsprechen also weitgehend den Produktionswerten und nicht der Wertschöpfung. In den Umsätzen der Kinos sind so etwa Umsätze der Produktionsunternehmen oder der Verleihfirmen enthalten, und auch die Umsätze der Nachbearbeitung sind Vorleistungen, die bei den Produktionsunternehmen Ausgaben bedeuten.

Seit neun Jahren stellt Statistik Austria aufgrund modifizierter Erhebungstechniken Daten zur Filmwirtschaft in einer zuvor nicht gekannten Qualität und Tiefe zur Verfügung. Innerhalb der Zeitreihe ab 2008 ist es möglich, auf der Grundlage der Leistungs- und Strukturstatistik einen Vergleich über die jeweils letzten Jahre anzustellen. Damit lassen sich die wesentlichen Parameter der Filmwirtschaft von der Anzahl der Unternehmen bis hin zum Investitionsverhalten, aber auch die Beschäftigungssituation detailliert in ihrer Entwicklung ablesen. Durch das Rechnungslegungsänderungsgesetz sind allerdings die Angaben zu den Umsätzen nicht mehr mit den Vorjahren vergleichbar, wir haben daher auf die Angaben zu Erlösen und Erträgen umgestellt und hier auch die entsprechenden Werte aus den Vorjahren nachgetragen.

Die Vergleiche über die Jahre bieten eine Menge Informationen zu übergreifenden Entwicklungen, die erst aus dieser Perspektive in ihrer gesamten Relevanz erkennbar werden. So werden etwa die Auswirkungen der Digitalisierung der Kinos in ihren Auswirkungen auf Verleihfirmen deutlich, noch stärker aber die Veränderungen im Nutzungsverhalten der Verbraucher*innen im Gefolge technischer Revolutionen auf die Entwicklung der Videotheken.

In Summe ist die Filmwirtschaft eine relativ kleine aber durchaus dynamische Branche. Im Vergleich zu den Umsatzerlösen im Umfang von insgesamt 718,7 Mrd. Euro (Produktion und Dienstleistungen ohne öffentliche Verwaltung, Erziehung und Unterricht, Sozialwesen und Kunst bzw. Unterhaltung und Erholung) bedeuten die 1.474 Mio. Euro 0,21% der Umsätze. Ab dem aktuellen Berichtsjahr werden nicht mehr Umsatzerlöse sondern Erlöse und Erträge dargestellt. Was die Anzahl der Unternehmen betrifft (2.251 von insgesamt 330.010 Unternehmen im Bereich Produktion und Dienstleistungen), erreicht die Branche allerdings 0,7% und bei den Beschäftigten (7.915 von 2.861.971) sind es 0,3%. Die Filmwirtschaft bleibt damit eine pro Unternehmen vergleichsweise beschäftigungsschwache, vor allem aber umsatzschwache Branche.
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Durch das novellierte Rechnungslegungsänderungsgesetz sind die Umsatzerlöse ab dem Jahr 2016 mit den Vorjahren nicht mehr vergleichbar. Die eingeschränkte Vergleichbarkeit ist darauf zurückzuführen, dass es zu einer Verschiebung von den sonstigen betrieblichen Erträgen hin zu den Umsatzerlösen kommt. Dies zeigt sich zum Beispiel durch die Steigerung der Umsatzerlöse von 2015 auf 2016 in der Herstellung von Filmen und Fernsehprogrammen. Wir haben deshalb alle Angaben auf Erlöse und Ertrage (auch ruckwirkend) umgestellt, damit der Vergleich mit früheren Jahren möglich bleibt.

Es ist zu beachten, dass sich die Angaben zum Kapitel Filmwirtschaft zum größten Teil auf die jüngst verfügbaren Daten der Leistungs- und Strukturstatistik der Statistik Austria aus dem Jahr 2016 beziehen. Die Angaben liegen daher gegenüber den anderen Daten in diesem Bericht um ein Jahr zurück.

Wo auf Ebene eines Bereiches (Filmverleih sowie Kinos) Statistik Austria wegen kleiner Fallzahlen keine Werte ausweist, wurden die fehlenden Werte auf dieser Ebene geschätzt. In den Subgruppen (etwa in der Aufteilung nach Unternehmensklassen) wurde auf Schätzungen verzichtet.

Unternehmen werden von Statistik Austria einem Wirtschaftszweig zugeordnet. Auf nationaler Ebene wird seit 2008 die ONACE 2008 angewandt. Diese Aktivitätsklassifikation untergliedert die europäische NACE („Nomenclature europeenne des activites economiques“) mittels Unterklassen noch detaillierter, sodass auch österreichische Spezifika berücksichtigt werden können. Diese Aktivitätsklassifikation erfasst die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Unternehmen und dient statistischen Zwecken.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2016, eigene Berechnungen
 
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Innerhalb der Filmwirtschaft ist der Bereich „Kino- und TV-Film" mit 74% der Unternehmen (und damit nach lange steigenden Anteilen stabil), 73% der Umsätze (auf Basis von Erlösen und Erträgen) und bereits 59% der Beschäftigten der mit Abstand bedeutendste Bereich. Diese besondere Rolle der Unternehmen aus dem Bereich der Film- und Fernsehproduktion wird auch durch die nun weitgehend stabile Führungsrolle (nachdem Jahren kontinuierlich wachsender Anteile an den Branchenwerten) bestätigt. Mit vergleichsweise wenigen Unternehmen (92 Kinounternehmen entsprechen rund 4% der Unternehmen in der Gesamtbranche) erwirtschaften die Kinos allerdings 13% der Umsätze (erstmals auf Basis von Erlösen und Erträgen) des gesamten Sektors und beschäftigen rund 25% aller Erwerbstätigen. Die Nachbearbeitung als dritter wesentlicher Player erzielt mit 4% der Unternehmen 0,9% der Umsätze und beschäftigt 2,4% aller Branchenmitarbeiter*innen.

Die Branche wird traditionell durch kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten dominiert. 94% aller Unternehmen weisen höchstens neun Beschäftigte auf. Da die Produktionsfirmen der mit Abstand wichtigste Bereich innerhalb der Branche sind (und bei den kleineren Segmenten die Subgruppen aufgrund der Geheimhaltungsvorschriften in einigen Fällen nicht ausgewiesen werden dürfen) wird die relative Bedeutung der größeren Unternehmen anhand dieses Beispiels dargestellt. Weniger als 4% der Produktionsunternehmen im Bereich Kino- und Fernsehfilm (das sind 59 Firmen) weisen zehn oder mehr Mitarbeiter*innen auf. 35 Unternehmen davon haben zehn bis 19 Mitarbeiter*innen, 15 weisen 20 bis 49 Mitarbeiter*innen auf, acht Unternehmen haben 50 bis 249 Beschäftigte und letztlich beschäftigt ein Unternehmen 250 oder mehr Beschäftigte im Jahresdurchschnitt. Diese knapp 4% allerdings erzielen 78% der Erlöse und Erträge aller Produktionsfirmen aus dem Film- und Fernsehbereich und beschäftigen 43% aller Mitarbeiter*innen. Die kontinuierlich gewachsene Bedeutung der Produktionsfirmen wird seit mehreren Jahren in erster Linie durch die größeren Einheiten getragen, die sich auch 2016 in erster Linie bei den Beschäftigtenzahlen fortsetzt.

Während die Produktionsunternehmen (Kino- und TV-Film) mit weniger als zehn Beschäftigten im Schnitt rund 90.000 Euro (im Jahr zuvor waren es ebenfalls 90.000 Euro) pro Mitarbeiter*in erwirtschaften, sind es bei den größeren Unternehmen rund 423.000 Euro (diese Werte sind durch die Umstellung auf Erlöse und Erträge nicht mit den Werten der Vorjahre vergleichbar). Die Unterschiede zwischen den pro Mitarbeiter*in erwirtschafteten Umsätzen in größeren und kleineren Unternehmen betragen beim Werbefilm fast 100.000 Euro und beim Wirtschaftsfilm 30.000 Euro. Im Kino sind die Unterschiede der Erlöse und Erträge zwischen Kinos mit weniger bzw. mehr als zehn Mitarbeiter*innen erheblich. Bei den größeren Betrieben ist dieser Wert mit 106.000 Euro doppelt so hoch wie bei den kleineren.

Im Längsschnitt seit 2012 zeigt sich die Entwicklung bei der Zahl der Unternehmen in der Branche uneinheitlich. Nach Jahren konstanter Zuwachse bleibt die Anzahl der Produktionsunternehmen auf niedrigerem Niveau stabil. Die Zahl der Kinobetriebe und vor allem Videotheken wird von Jahr zu Jahr geringer. Verleihunternehmen zeigen einen zuletzt deutlichen und kontinuierlichen Rückgang. Auch die Zahl der Videotheken sinkt neuerlich deutlich. Die Gesamtzahl der Unternehmen hat den bisherigen Gipfel überschritten und sinkt nun weiter leicht.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2016, eigene Berechnungen
 
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2016 war die Branche wie auch in den letzten Jahren durch deutlich widersprüchliche Entwicklungen gekennzeichnet. Auf Grundlage der neuen Daten (Erträge und Erlöse statt Umsatzerlöse), die hier auch für die Vorjahre eingetragen wurden, ergibt sich für die Produktion (außer Werbefilm) ein Plus und für alle anderen Bereiche ein Minus. Neben den bereits obligaten Umsatzrückgängen der Videotheken sind aktuell vor allem die Filmverleiher und etwas weniger deutlich die Nachbearbeitung von Rückgängen betroffen. Durch den hohen Anteil der Produktion an der Gesamtbranche aber geht sich ein Plus von 4,1% aus.

Bei den Produktionsunternehmen (Kino- und TV-Film), die mit Zuwächsen von 8% deutlich zulegen können, sind es mit 1.082 Mio. Euro Umsatz klar der Löwenanteil des Branchenumsatzes (73% von 1.475 Mio. Euro Gesamtumsatz des Sektors). Im Vergleich dazu sind die Förderungen der öffentlichen Hand von 62 Mio. Euro im Jahr 2015 auf 53,4 Mio. ausbezahlte Herstellungsförderungen im Jahr 2016 gefallen. Für das Jahr 2016 macht die Herstellungsförderung also gerade einmal 4,9% der Erlöse und Erträge der Produktionsunternehmen im Film- und TV-Bereich aus.

Seit mehreren Jahren wird die Gesamtentwicklung des Bereichs der Produktion von Kino- und Fernsehfilm durch die Zahlen eines einzelnen Bundeslandes, nämlich Salzburg, geprägt. Dieses Bundesland hatte in der Vergangenheit kaum Einfluss auf die Gesamtbranche, seit den Aktivitäten von Red Bull bzw. Servus TV hat sich das deutlich geändert. Das Wachstum der Branche von 2011 bis 2016 ist im Wesentlichen durch die Werte aus Salzburg definiert. Zwischen 2011 und 2016 sind im Bundesland Salzburg in der Produktion von Kino- und Fernsehfilm die Erlöse und Erträge um 3.530%, die Personalaufwendungen um 1.150% und die Bruttoinvestitionen um 10.900% gestiegen. Die Anzahl der Unternehmen aber ist gerade einmal um 10% gestiegen. Diese Werte haben die gesamtösterreichischen Zahlen beflügelt.

Von 2015 auf 2016 sind im Segment der Produktion von Kino- und Fernsehfilmen für Österreich die Erlöse und Erträge um 8% gestiegen, die Zahl der Beschäftigten um 1% und die Personalkosten um 1% gesunken. Das deutet auf eine gewisse Verlangsamung der Salzburger Dynamik hin: In Salzburg sind im Vergleich zu 2015 die Erlöse und Erträge um 18% gestiegen, aber die Anzahl der Beschäftigten (im Jahresschnitt, also in „harter Währung“) um 9% und die Lohnaufwendungen um 10% gesunken.
Es ist also so, dass die gesamtösterreichischen Werte sinken, wenn Salzburg nicht mehr so dynamisch wächst. Die Branche hat also in Abhängigkeit von Salzburg Probleme, wenn dieses Bundesland zurückschraubt.

Der Werbefilm kann den Negativtrend bei den Erlösen und Erträgen beenden, der Wirtschaftsfilm konsolidiert sich nach den starken Zuwächsen des letzten Jahres. Wenn die Entwicklung über einen längeren Zeitraum, von 2013 bis 2016 betrachtet wird, ist beim Werbefilm ein leichtes Wachstum zu konstatieren.

Der zweite große Umsatzbringer, die Kinos, hat nach dem Rekordwachstum 2015 nun wieder etwas nachgelassen (minus 2%), erzielt mit 198 Mio. Erlösen das in dieser Zeitreihe zweitbeste Ergebnis. Erneut (und damit zum fünften Mal in Folge) einen Umsatzverlust müssen die Verleihfirmen hinnehmen. Der Umsatzrückgang 2016 beträgt 17,2%. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass die Verleihfirmen von ihren 109 Mio. Euro Erlösen im Jahr 2013 auf nunmehr 81 Mio. Euro im Jahr 2016 rund 28 Mio. Euro verloren haben. Die Digitalisierung der Kinos zeigt hier deutliche Folgewirkungen.

Die Videotheken setzen ihren Niedergang ungebremst fort. Betrugen die Umsatzrückgänge 2013 minus 12% und 2014 knapp 12%, 2015 sogar 30% und 2016 auch noch 23%. Seit 2013 sind die Erlöse um mehr als die Hälfte zurückgegangen.

Die Kinos verstehen es seit einigen Jahren, ihre Umsatzentwicklung von der Anzahl der Kinobesuche weitgehend zu entkoppeln, nicht alleine von den Ticketerlösen leben zu müssen. 2016 sanken die Kinobesuche um 5%, die Kinos aber verlieren lediglich 1,6% an Erlösen.

Nach wie vor sind die Kinobetriebe für die Gesamtbranche atypisch, weil 4,1% der Betriebe 13,4% der Erlöse und Erträge erwirtschaften. Das schlägt sich natürlich auch in den Unternehmensgrößen nieder. Kinos sind der einzige Bereich der Branche, in dem die größeren Betriebe (zehn und mehr Mitarbeiter*innen) mit 43% einen nennenswerten Anteil erreichen. Die Kinos sind damit für 25% aller Jobs in der Branche verantwortlich.

Bei den Verleihfirmen entfallen auf 2,4% der Unternehmen 5,5% der Erlöse und Erträge der Branche. Auch wenn die Erlöse und Erträge seit Jahren sinken: Die Anzahl der Beschäftigten sinkt noch schneller und damit sind die Verleihfirmen nach wie vor vergleichsweise umsatzstark, vor allem was die Erlöse und Erträge pro Mitarbeiter*in anlangt (mehr als der doppelte Branchenschnitt).
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2016, eigene Berechnungen
 
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Die Umsatzentwicklung und die Beschäftigtenzahlen entwickeln sich nicht mehr synchron. Auf der einen Seite schrumpfen die Beschäftigtenzahlen um 0,8%, auf der anderen Seite wachsen die Erlöse in der Produktion von Kino- und TV-Filmen um 8%, auf der anderen Seite verlieren die Verleihfirmen 17% ihrer Erlöse, reduzieren aber die Beschäftigten nur um 9%. Und die Kinos verlieren bei den Erlösen 2%, die Beschäftigtenzahlen aber steigen um 3%.

Die Bedeutung der Produktionsunternehmen als Arbeitgeber*in nimmt weiter zu: Produktionsfirmen (Kino- und TV-Film) beschäftigen mittlerweile fast 60% aller Mitarbeiter*innen in der Branche. Noch eklatanter wird die Bedeutung der Produzent*innen bei der Analyse der Löhne und Honorare. Nicht weniger als 70,3% der Personalaufwendungen werden von den Produktionsfirmen (Kino- und TV-Film) geleistet, die damit überdurchschnittliche Löhne zahlen, da ja unter 60% aller Beschäftigten auf dieses Segment entfällt. Umgekehrt zahlen Kinos und Videotheken deutlich unter dem Branchenschnitt. 25% der Beschäftigten arbeiten in Kinos und stehen für 14% des Personalaufwands; bei den Videotheken kosten 3% der Beschäftigten nur 1% der Personalaufwendungen.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2016, eigene Berechnungen
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2016, eigene Berechnungen
 
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nach oben| Gewerbeberechtigungen
Der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft erhebt jährlich Strukturdaten auf Basis der Gewerbeberechtigungen im eigenen Wirkungsbereich. Dabei unterscheidet der Fachverband zwischen Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) und Unternehmen, die Mitarbeiter*innen beschäftigen. Während Statistik Austria nach dem unternehmerischen Schwerpunkt - unabhängig von den (oft mehrere Bereiche abdeckenden) Gewerbeberechtigungen erhebt und die einzelnen wirtschaftlichen Einheiten dem tatsächlichen (von den Unternehmen genannten) Schwerpunkt der Tätigkeit - zuordnet, erfasst der Fachverband ausschließlich die einschlägigen Gewerbeberechtigungen. Im konkreten Fall sind Film und Musik zusammengefasst.

2017 waren es für den Bereich Film und Musik 4.890 Gewerbeberechtigungen, von denen 3.706 EPUs sind. In der Gesamtzahl der Gewerbeberechtigungen sind 1.034 ruhende Berechtigungen enthalten.
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nach oben| Produktionswert fertiggestellter Filme
Der Fachverband der Film- und Musikwirtschaft erhebt und publiziert traditionell den Produktionswert fertiggestellter Filme. Gemessen wird dabei der österreichische Anteil an den Gesamtherstellungskosten aller im beobachteten Jahr fertig gestellter Filme. Diese Werte sind periodenübergreifend, da der Zeitpunkt der Fertigstellung gezählt wird. Mit anderen Angaben, die im Filmwirtschaftsbericht veröffentlicht werden und die sich ausschließlich auf Kalenderjahre beziehen, ist dieser Wert nicht zu vergleichen. Dazu kommt, dass durch eine Umstellung in der Erhebung der vom ORF beauftragten Produktionen die Werte für das Jahr 2017 nicht mit den Daten der Vorjahre verglichen werden können.

Der Produktionswert der 2017 fertig gestellten Filme erreicht 258 Mio. Euro. Auf Kinofilme entfallen davon 14,9%, auf Fernsehfilme (inkl. Teamvermietungen) 74,4%. Werbefilme, Wirtschafts- und Imagefilme sowie alle anderen Produktionsbereiche erreichen zusammen 10,7%.
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