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Filmfestivals sind periodisch stattfindende, kulturelle Veranstaltungen mit Event-Charakter, die Produzent*innen und Filmemacher*innen die Chance geben, international auf sich aufmerksam zu machen und Vertriebswege für ihre Filme zu erschließen.
Jährlich findet eine große Anzahl Festivals statt, die unterschiedlichen, manchmal auch mehreren Kriterien zugeordnet werden können und die sich bestimmten Themen (z.B. Sport), Gruppen (Kinderfilmfestivals), einer bestimmten Kategorie von Filmen (Dokumentarfilm, Kurzfilm) oder auch einem Genre (Horror) widmen. Oft spielt auch die Herkunft von Filmen eine wichtige Rolle. Die genaue Anzahl der Festivals lässt sich dadurch nur schwer bestimmen.

Die bedeutendsten Festivals für den Kinofilm sind sogenannte A-Festivals. Als A-Festivals gelten Filmfestspiele mit internationalem Wettbewerb, die beim internationalen Filmproduzentenverband (FIAPF) akkreditiert sind. Der FIAPF versteht sich als weltweite Schnittstelle zwischen Filmfestivals und Filmindustrie und bescheinigt internationalen Filmfestivals die Erfüllung bestimmter Auflagen. Die jährlich neu erstellten FIAPF-Listen akkreditierter Festivals werden allgemein als Maßstab für die internationale Bedeutung eines Filmfestivals angesehen. Die Festivals von Berlin, Cannes und Venedig gelten als die wichtigsten Filmfestivals weltweit, deren Preise vor allem für die „Filmkunst“ einen hohen Stellenwert haben.

Die FIAPF unterscheidet die folgenden Kategorien:
  • Festivals mit internationalem Wettbewerb
  • Festivals mit spezialisiertem internationalen Wettbewerb
  • Festivals ohne internationalen Wettbewerb (darunter die Viennale)
  • Dokumentar- und Kurzfilmfestivals

COMPETITIVE FEATURE FILM FESTIVALS (A-FESTIVALS)
Internationale Filmfestspiele Berlin (Deutschland, Februar)
Festival de Cannes (Frankreich, Mai)
Shanghai International Film Festival (China, Juni)
Moscow International Film Festival (Russland, Juni)
Karlovy Vary International Film Festival (Tschechien, Juli)
Festival Internazionale del film Locarno (Schweiz, August)
World Film Festival Montréal (Kanada, August/September)
Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica (Venedig, Italien, August/September)
Festival Internacional de Cine de San Sebastián (Spanien, September)
Warsaw Film Festival (Polen, Oktober)
Tokyo International Film Festival (Japan, Oktober/November)
Tallinn Black Nights Film Festival (Estland, November)
Cairo International Film Festival (Ägypten, November)
Festival Internacional de Cine de Mar del Plata (Argentinien, November)
International Film Festival of India (Goa, Indien, November)
Quelle: Internationaler Filmproduzentenverband (FIAPF)

Filme in Betreuung
Die AFC betreute 2016 insgesamt 68 Filme (2015: 75), davon 35 Spielfilme und 33 Dokumentarfilme. Nach dem „Dokumentarfilmjahr“ 2015 erreichen Spiel- und Dokumentarfilme 2016 wieder ein ausgewogenes Verhältnis. Die Gesamtzahl der Filme in Betreuung ist zwar geringer als im Vorjahr, reiht sich aber im mittelfristigen Vergleich wieder in die Werte der vorangegangenen Jahre ein - 2014 waren es 63 Filme. Mit 468 Festivalteilnahmen gab es eine massive Steigerung: 103 Teilnahmen mehr als 2015. Festivalfavorit war Kater von Händl Klaus mit insgesamt 55 Teilnahmen. Hervorzuheben ist auch die Festivalbilanz von Ulrich Seidls Safari, der nach der Premiere in Venedig nach etwas mehr als drei Monaten bereits auf 26 Teilnahmen verweisen konnte.

Die AFC unterteilt die Festivals in drei Kategorien:
Key Festivals: Bei diesen Festivals handelt es sich mehrheitlich um Ur- und Erstaufführungsfestivals, die für den internationalen Ersteinsatz einer neuen Produktion Priorität haben.
Kategorie 1: Wichtigste Nachspielfestivals
Kategorie 2: Nachspielfestivals mit geringerer, meist regionaler bzw. lokaler Bedeutung.

In der Kategorie der Key Festivals konnten 18 Teilnahmen erzielt werden, bei den Festivals der Kategorie 1 wurden 57 Teilnahmen erreicht. Bei den Festivals der Kategorie 2 waren es in Summe 393 Teilnahmen.

Erfolgsabhängige Filmförderung des Filminstituts
Die Teilnahme an ausgewählten Wettbewerben internationaler Filmfestivals sowie Preise und Auszeichnungen in Zusammenhang mit dem Zuschauer*innen-Erfolg im Inland qualifizieren österreichische Kinofilme als Referenzfilme im Rahmen der erfolgsabhängigen Filmförderung (Referenzfilmförderung) des Filminstituts. Referenzmittel werden in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse vergeben und sollen anspruchsberechtigten Produzent*innen die Grundfinanzierung für die Herstellung eines neuen Films ermöglichen. Zusätzlich erhalten die Autor*innen und Regisseur*innen der Referenzfilme fixe Förderbeträge zur unabhängigen Stoffentwicklung („incentive funding“).

2016 haben zwei Filme aufgrund von Preisen und Teilnahmen an Festivalwettbewerben (in Kombination mit Kinobesuchen) die Voraussetzung für die Beanspruchung von Referenzmittel erfüllt:
Einer von uns/Golden Girls Film Regie: Stephan Richter Festival: Max Ophüls Preis 2016
Safari/Ulrich Seidl Film Regie: Ulrich Seidl Festival: Venedig 2016 - Out of competition
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Quelle: Filminstitut