facts+figures
nach oben| Struktur der Kinobesuche
Im Auftrag des Kinowerbevermarkters cinecom führt das Marktforschungsinstitut GfK seit 2011 eine repräsentative Mediengattungsstudie (cine.ma) zur Messung der Struktur und des Besuchsverhaltens der Kinogeher*innen durch, welche unter anderem auch die wichtigen soziodemografischen Informationen liefert. Durch laufende methodische Innovationen und Ausweitung der Stichprobe wird das Ergebnis stetig weiterentwickelt und den aktuellen Entwicklungen angepasst. Eine Kooperation des Österreichischen Filminstituts mit cinecom ermöglicht es, diese Daten für den Filmwirtschaftsbericht zu nutzen und die wichtigsten Angaben zur Struktur der Kinobesuche und der Kinobesucher*innen zu Verfügung stellen zu können.

Die cine.ma weist für 2015 wieder leicht steigende Zahlen der Menschen im Kino aus: Im Jahr 2012 waren es in Summe 4,3 Millionen (über 14 Jahren), 2013 dann 3,7 Millionen und 2014 nur mehr 3,4 Millionen. Für das Jahr 2015 konnte die Negativentwicklung gestoppt werden und mit 3,5 Millionen Menschen im Kino wurde zwar der Wert des Jahres 2013 nicht erreicht, der des Jahres 2014 aber übertroffen. Wie auch schon im Jahr 2014 stellt sich die Frage, ob sich ein längerfristiger Trend des Verlustes von Kinobesucher*innen zeigt oder ob 2015 eine Trendwende bedeutet. Im Beobachtungszeitraum von vier Jahren hat die Bevölkerung im relevanten Alterssegment ab 14 Jahren von 7,18 Millionen (2012) auf 7,29 Millionen Personen (2015) rund 100.000 Personen zugenommen. Trotz der nun wieder gestiegenen Zahl der Besucher*innen von Kinos im letzten Jahr ist die Gesamtzahl der Menschen im Kino von 4,34 Millionen im Jahr 2012 auf 3,5 Millionen im Jahr 2015 zurückgegangen. In Anteilen ausgedrückt bedeutet das, dass vor vier Jahren noch 60% aller Österreicher*innen über 40 Jahren einmal im Kino waren und im Vorjahr nur mehr knapp 48%.

Für die Kinos bedeutet das, dass die Gesamtbesuchszahlen von einer mittelfristig schrumpfenden Gruppe an Besucher*innen abhängen. Ungeachtet der kurzfristigen Einflüsse des aktuellen Filmangebots in dem einen oder anderen Jahr muss nun die längerfristige Analyse der Besucher*innen zusätzliche Aufmerksamkeit erfahren. Es gilt zu klären, ob das Kino eine fundamentale Veränderung der Zielgruppen erfährt.

Dabei muss aber immer wieder in Erinnerung gerufen werden, dass die Besuchszahlen in den letzten zehn Jahren rund um 17 Millionen sinusartig geschwankt haben. Maßgeblich verursacht wird dies durch das Filmangebot und die Ausrichtung der Filme auf die unterschiedlichen Zielgruppen. Es gibt Jahre, in denen das Filmangebot lediglich enge Zielgruppen anspricht und es gibt Jahre mit mehreren Blockbustern, die jeweils mehr als 800.000 oder 900.000 Besuche erzielen. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, inwieweit dieses Filmangebot die Besuchsfrequenz beeinflusst, oder ob sich die Kinokernzielgruppe tatsächlich substanziell verändert. 2015 dürfte den Geschmack der Kinobesucher*innen eher getroffen haben als in den Jahren davor. Die Frequenz der Besuche im Kino nimmt in allen Altersgruppen von 14 bis 59 Jahren zu und nur in den ältesten beiden Segmenten bleibt die Frequenz konstant oder schrumpft sogar. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die seit längerem zu beobachtende Veränderung der Altersstruktur der Kinobesucher*innen. Traditionelle Vorstellungen, wonach die Besuchsfrequenz mit dem Alter sinkt, haben immer weniger ihre Berechtigung, die Unterschiede zwischen den jüngsten und den ältesten Gruppen von Besucher*innen waren allerdings aktuell wieder etwas größer als zuletzt. Waren die 14 bis 30 Jährigen im letzten Jahr nur mehr für 40% aller Kinobesuche verantwortlich, sind es 2015 immerhin wieder 41%. Umgekehrt sind es die über 50 Jährigen 2014 bereits für 24% verantwortlich, 2015 sind es schon 25. Die insgesamt steigenden Frequenzen des Besuchs im Kino fast aller Altersgruppen in Verbindung mit einer auch wieder absolut wachsenden Zahl der Kinobesucher*innen führt dazu, dass die Zahlen der verkauften Kinokarten überproportional wachsen und 2015 sowohl die Zahlen von 2014 als auch die von 2013 übertroffen werden. Traditionell gehen anteilig etwas mehr Männer - und das häufiger - ins Kino als Frauen: 51% aller Kinobesuche entfallen 2015 auf Männer. Das Durchschnittsalter der Kinobesucher*innen in Österreich ist damit erneut gestiegen und beträgt aktuell bereits 40,2 Jahre.
nach oben| Kinobesuche nach Alter
 
 
nach oben| Kinobesuche nach Geschlecht
 
 
nach oben| Menschen im Kino 2012-2015 Lade Tabelle
Quelle: cine.ma
 
nach oben| Kinobesuche 2012-2015 Lade Tabelle
addiert man die Alters-Teilzielgruppen so kommt es zu Rundungsdifferenzen zur Ermittlung der Kinobesuche 14+
Quelle: cine.ma
 
nach oben| Besuchspotenzial 2012-2015 Lade Tabelle
Quelle: cine.ma
 
nach oben| Besuchsfrequenz 2012-2015 Lade Tabelle
Quelle: cine.ma