nach oben| Fernsehveranstalter
Im Jahr 2015 hat sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum etwas am Fernsehprogrammangebot und an der Zahl der österreichischen Fernsehveranstalter verändert. Bundesweit sind neben den ORF Programmen „ORF EINS“, „ORF 2“, „ORF III Kultur und Information“ und „ORF Sport+“ weiterhin fünf private TV-Programme österreichischer Herkunft verfügbar: „ATV“, „ATV II“, „Puls 4“, „ServusTV“ und das Musikspartenangebot „gotv“ sind via Satellit, Kabel und Terrestrik zu empfangen.

Mit dem Angebot „R9 - Regionales Fernsehen Österreich“ sind im September 2015 außerdem die größten Regionalfernsehprogramme als Programmzusammenschluss via Satellit verfügbar und können so ebenfalls bundesweit empfangen werden. Dabei fügen W24, Vorarlbergs Regionalsender LändleTV, TirolTV, RTS aus Salzburg, Oberösterreichs LT1, KT1 aus Kärnten, der steirische Kanal3, SchauTV aus dem Burgenland und Niederösterreichs Regionalsender N1 Teile ihrer jeweiligen Programme zu einem Gesamtprogramm zusammen. Das Regionalprogramm Schau TV, das schwerpunktmäßig inhaltlich die Ostregion (Wien, Niederösterreich und das Burgenland) abdeckt, verfügt zudem über einen eigenständigen Satellitenkanal.

Weiterhin stellen aber vor allem regionale und lokale Angebote den zahlenmäßig größten Anteil österreichischer Fernsehprogramme. Diese Programme werden ganz überwiegend nur in Kabelnetzen, zum kleineren Teil aber auch digital-terrestrisch verbreitet.


PRIVATE FERNSEHVERANSTALTER IN ÖSTERREICH
In Österreich sind offiziell 165 private TV-Veranstalter bei der Medienbehörde KommAustria registriert. Bei dieser auf den ersten Blick großen Zahl handelt es sich allerdings in 111 Fällen weniger um klassische TV-Angebote, als vielmehr um Info-Kanäle von Kabelnetzbetreibern oder um Wetterkameras von z.B. Bergbahn-Gesellschaften (Ski-Liftanlagen), deren Übertragung in lokale Kabelnetze in touristischen Regionen eingespielt wird. Außerdem kommen ein paar Zulassungen für Satelliten-TV-Programme hinzu, die ausschließlich werblich sind und vielfach Erotik-Angebote, zum Beispiel Telefonnummern entsprechender Dienste, kommunizieren.

Den klassischen Begriff von Fernsehprogrammen erfüllen 54 Veranstalter, die aber auch in deutlich unterschiedliche Kategorien einzustufen sind. Darin enthalten sind die bereits oben genannten privaten fünf Vollprogramme (ATV, ATV II, Puls 4, ServusTV und das Musikspartenprogramm gotv), die per Satellit, Kabel und Terrestrik zu empfangen sind. Hinzu kommen sechs regionale TV-Programme mit einem täglich aktuellen Programm im Umfang von fünf bis acht Stunden, die terrestrisch und in regionalen Kabelnetzen ausgestrahlt werden, sowie als Programmzusammenschluss im Satellitenangebot „R9 -Regionales Fernsehen Österreich“ enthalten sind. Die übrigen 43 Veranstalter produzieren Wochenmagazine mit einer Länge von etwa 20 bis 90 Minuten, die in Dauerschleifen und ausschließlich in regionalen oder lokalen Kabelnetzen ausgestrahlt und wöchentlich einmal aktualisiert werden.


AUDIOVISUELLE ABRUF-MEDIENDIENSTE UND WEBTV- (STREAMING) ANBIETER
Die Zahl der Anbieter von Mediendiensten auf Abruf über das Internet hat sich gegenüber dem Vorjahr erneut leicht reduziert und beträgt laut Verzeichnis der Kommunikationsbehörde Austria 104 Anbieter zum Stand Juli 2016 (2015: 112, 2014: 118). Diese 104 Anbieter haben 145 Mediendienste (2015: 151, 2014: 163) auf Abruf angezeigt. Grob eingeteilt handelt es sich dabei vorwiegend um Mediatheken bundesweiter, regionaler und lokaler TV-Veranstalter, Videoangebote auf Websites von Zeitungs- und Magazinverlagen, Videoangebote auf Marketing-Websites mit touristischem Inhalt, aber auch um Videoangebote von Länder-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie vereinzelt Medienanbieter, die ihre Produktionen exklusiv über das Internet anbieten.
18 weitere Anbieter (2015: 19, 2014: 20) werden als Internet-Fernsehveranstalter gelistet, da sie Inhalte nicht (oder nicht nur) zeitunabhängig auf Abruf, sondern als Live-Stream im Internet anbieten. Auch hier ist die Bandbreite der Veranstalter groß und reicht von Privat-TVs, die ihr reguläres TV-Programm auch im Internet streamen, über den Presse- und Informationsdienst des Magistrats der Stadt Wien, der anlassbezogen Live-Streams anbietet, bis hin zur Wiener Staatsoper, wo gegen Gebühr Aufführungen live im Internet verfolgt werden können.

Die Internet-Fernsehveranstalter haben 58 Streaming-Dienste angezeigt, von denen allerdings allein 36 Programmangebote (auch 2015 waren es 36) auf den Mobilfunkbetreiber Hutchinson 3 Austria GmbH („3“) entfallen und nur für dessen Kund*innen verfügbar sind.


FÖRDERUNG VON FERNSEHVERANSTALTERN DURCH DIE RTR-GMBH
Die Fördermittel des Privatrundfunkfonds sowie des Nichtkommerziellen Rundfunkfonds tragen nachhaltig zur Stabilität des österreichischen Rundfunkmarktes (TV und Hörfunk) bei. Beide Fonds sind beim Fachbereich Medien der Rundfunk- und TelekomRegulierungs-GmbH (RTR) eingerichtet. Seit dem Jahr 2013 verfügt der Privatrundfunkfonds jährlich über 15 Mio. Euro, sowie der Nichtkommerzielle Rundfunkfonds über 3 Mio. Euro.

Für 2016 wurden Anträge auf Förderung von Produktionen, Ausbildungsmaßnahmen und Studien österreichischer Privatfernsehveranstalter aus dem Privatrundfunkfonds in Höhe von insgesamt knapp 10,5 Mio. Euro positiv entschieden. Anträge nichtkommerzieller TV-Veranstalter auf Förderung aus dem Nichtkommerziellen Rundfunkfonds wurden in Höhe von insgesamt knapp 960.000 Euro positiv bewertet.

Quelle: Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH)