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  • Physische Bild- und Tonträger erreichen 2015 in Österreich mit 12,8 Mio. Stück einen Umsatz von 166,1 Mio. Euro, dies bedeutet erneut einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
  • Die beliebtesten Genres der Österreicher*innen sind Action, Komödie und Unterhaltung. Die unterschiedlichen Rankings bei Blu-Ray und DVD haben sich aufgeweicht, die Genrepräferenzen gleichen sich zunehmend an.
  • Deutschland erzielt beim Verkauf und Verleih filmischer Inhalte neuerlich kein Wachstum, die digitalen Zuwächse (vor allem S-VOD) aber können die Verluste bei physischen Datenträgern ausgleichen.
  • In den USA erreichen die Umsätze aus den elektronischen Vertriebsformen nach erneuten Steigerungen um 16% schon 8,9 Mrd. USD, alleine der elektronische Verkauf von Filmen wuchs um 18% erneut deutlich und kommt bereits auf knapp 1,9 Mrd. USD.

Das Angebot an Vertriebskanälen für Konsument*innen wird immer breiter, Seher*innen können zwischen einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen, um die gewünschten Inhalte zur Verfügung zu haben. Neben dem Kauf einer DVD oder Blu-Ray - auch mittels elektronischer Bestellung oder im Abo - und dem Verleih in einer Videothek, sind es vor allem die elektronischen Vertriebsformen, die zur Dynamik des Marktes beitragen. Video on Demand als Streaming oder Download, für eine einmalige oder mehrmalige Nutzung (DTO: Download to Own), mit oder ohne Möglichkeit der Speicherung oder sogar der Übertragung der Inhalte auf einen Datenträger (DTB: Download to Burn), als Einzelkauf (T-VOD: Transactional Video on Demand oder Pay-per-view) oder im Rahmen eines Abonnements (S-VOD: Subscription Video on Demand).

Die Marktentwicklung in den USA hat nach einem Jahr des Gesamtwachstums ein kleines Plus von 1% erzielt und liegt nun knapp über 18 Mrd. USD (18,074 Mrd. USD). Der Verkauf von physischen Bildträgern ist von 6,935 Mrd. USD erneut um rund 12% auf 6,100 Mrd. USD zurückgegangen. So wie in den meisten Märkten ist auch in den USA ein weiterer deutlicher Rückgang der Erlöse aus dem Verleih zu konstatieren. Der Umsatz mit dem Verleih (ohne VOD) ging um 7,6% zurück und liegt 2013 bei 3,07 Mrd. USD. Da aber der Umsatz mit Video on Demand von knapp über 2 Mrd. USD auf 1,932 Mrd. USD (minus 2,5%) sank, beträgt unter Berücksichtigung des elektronischen Verleihs der Umsatzrückgang aller Leihformen 5,7%. Der Rückgang dieser Vertriebsformen hat sich damit 2015 deutlich verlangsamt.

Die Gesamtbilanz wird neuerlich nur durch beeindruckende Anstiege der elektronischen Vertriebsformen getragen, die im Jahr 2015 um 16% auf 8,9 Mrd. USD zugenommen haben. Der elektronische Verkauf von Filmen (auch als EST: Electronic Sell Through bezeichnet) wuchs um 18% und erzielte 2015 damit einen Umsatz von bereits 1,89 Mrd. USD. Die höchsten Umsätze innerhalb der digitalen Vertriebsformen erzielen nach einer wiederholt sehr deutlichen Steigerung von 25% auf nun 5,1 Mrd. USD die Streamingdienste im Abonnement (S-VOD). Demgegenüber müssen VOD-Dienste, die jeweils proFilm abrechnen, Rückgänge hinnehmen. Mit minus 2,5% liegen die Umsätze nun bei 1,93% und damit wieder unter 2 Mrd. USD. (DEG’s Year-End 2015 Home Entertainment Report).

Auch in Großbritannien war 2015 neuerlich ein erheblicher Zuwachs von digital verkauften Inhalten zu beobachten. Anders als zuletzt konnten damit die Verluste aus dem Rückgang der physischen Datenträger kompensiert werden, der Gesamtumsatz stieg um 1,5%. In Summe werden damit in UK nach den 2,18 Mrd. Pfund aus 2014 im Jahr 2015 2,24 Mrd. Pfund, also um 1,5% mehr erlöst. Während der Umsatz mit physischen Bildträgern mit minus 14,9% noch stärker als zuletzt schrumpfte, konnten digitale Vertriebsformen um knapp über 30% zulegen und erreichen bereits knapp 1,1 Mrd. Pfund Umsatz. Der Anteil der digitalen Vertriebsformen liegt damit schon bei 48,6%. 2016 sollte digitaler Vertrieb für mehr als die Hälfte der Erlöse verantwortlich sein. Wie auch in den USA sind dafür vor allem Abonnementdienste wie Netflix, Amazon Prime oder Sky Sore verantwortlich, dass die Umsätze 1 Mrd. Pfund überschritten haben.

In Deutschland sind die Ausgaben für den Verkauf und Verleih filmischer Inhalte nach Jahren kontinuierlichen Wachstums das zweite Jahr hintereinander auf hohem Niveau nicht mehr gewachsen. Nach 1,61 Mrd. Euro im Jahr 2014 waren es 2015 ebenfalls 1,61 Mrd. Euro. Der Erlös aus Verkäufen ist dabei genauso stabil wie die Umsätze aus Verleih insgesamt. Was aber den Markt wirklich dynamisiert ist S-VOD, das im ersten Jahr der Beobachtung mit 228 Mio. Euro Umsatz schon fast das Niveau der Leihvideos (259 Mio. Euro) erreicht.

In Summe ist damit der digitale Markt auf 31% gewachsen. Die Anteile an Nutzer*innen von T-VOD und S-VOD betragen 2015 jeweils 7%, was rund 5 Millionen Konsument*innen entspricht. Damit machen VOD und S-VOD bereits zwei Drittel des Verleihmarktes aus.
(Der Videomarkt im Jahr 2015, GfK im Auftrag der Filmförderungsanstalt