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  • Physische Bild- und Tonträger erreichen 2014 in Österreich mit 13,63 Mio. Stück einen Umsatz von 179,5 Mio. Euro, dies bedeutet einen geringfügigen Rückgang gegenüber 2013.
  • Die beliebtesten Genres der ÖsterreicherInnen sind Action und Komödie. Die Dominanz von Action bei Blu-Ray hat sich aufgelöst, dieses Genre findet sich nun auch auf DVD prominent.
  • Deutschland schwächelt beim Verkauf und Verleih filmischer Inhalte mit einem Minus von 3,6%. Bei Blu-Rays sind keine Zuwächse mehr zu verzeichnen und der Zuwachs beim digitalen Vertrieb kann die Verluste im traditionellen Bereich (noch) nicht ausgleichen.
  • In den USA erreichen die Umsätze aus den elektronischen Vertriebsformen nach erneuten Steigerungen schon mehr als 7,5 Mrd. USD, alleine der elektronische Verkauf von Filmen wuchs um 30% auf zuletzt mehr als 1,5 Mrd. USD.

Kaum ein Bereich der Filmwirtschaft hat derzeit mehr Potenzial, die Branche von Grund auf zu verändern als die Entwicklung der Vertriebskanäle. Die digitalen Technologien sind in ihren Auswirkungen auf die Produktion und den Vertrieb von Filmen kaum weniger entscheidend als der Siegeszug des Fernsehens in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Neben den hier in erster Linie und bereits klar erkennbar betroffenen Videotheken hat die digitale Verbreitung aber auch Auswirkungen auf den Verkauf von DVD und Blu-Ray, vor allem aber das lineare Fernsehen. Nicht zuletzt spielen in diesem Zusammenhang auch Spiele bzw. die dafür genutzte Hardware eine nicht unwesentliche Rolle. In den angelsächsischen Ländern wird der Markt daher auch umfassend als Home Entertainment betrachtet.

Ob und wie die traditionelle Form der Nutzung eines Films im Kino betroffen sein wird, muss sich erst zeigen.

Das klassische Modell der Vertriebskaskade über das Kino zu DVD, Video on Demand und dann Pay-TV bis letztlich Free-TV wird zunehmend durchbrochen. Nicht zuletzt das große Interesse an TV-Serien hat hier zu einem Umbruch geführt. Streamingdienste wie Netflix (das seit September 2014 auch in Österreich und Deutschland angeboten wird), Hulu oder Maxdome bieten Serienfolgen bereits vor der Ausstrahlung im Fernsehen an, monatliche Gebühren oder Pay-per-view Modelle erlauben individuell optimierten Konsum.

Das Angebot an Vertriebskanälen für KonsumentInnen wird immer breiter, SeherInnen können zwischen einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen, um die gewünschten Inhalte zur Verfügung zu haben. Neben dem Kauf einer DVD oder Blu-Ray - auch mittels elektronischer Bestellung oder im Abo - und dem Verleih in einer Videothek, sind es vor allem die elektronischen Vertriebsformen, die zur Dynamik des Marktes beitragen. Video on Demand als Streaming oder Download, für eine einmalige oder mehrmalige Nutzung (DTO: Download to Own), mit oder ohne Möglichkeit der Speicherung oder sogar der Übertragung der Inhalte auf einen Datenträger (DTB: Download to Burn), als Einzelkauf (T-VoD: Transactional Video on Demand oder Pay-per-view) oder im Rahmen eines Abonnements (S-VoD: Subscription Video on Demand).

Die Marktentwicklung in den USA hat nach einem Jahr des Gesamtwachstums ein Minus von 1,8% erzielt und liegt nun knapp unter 18 Mrd. USD (17,805 Mrd. USD). Der Verkauf von physischen Bildträgern ist von 7,779 Mrd. USD um rund 11% auf 6,935 Mrd. USD zurückgegangen. So wie in den meisten Märkten ist auch in den USA ein weiterer deutlicher Rückgang der Erlöse aus dem Verleih zu konstatieren. Der Umsatz mit dem Verleih (ohne VoD) ging um 13,7% zurück und liegt 2014 bei 3,3 Mrd. USD. Da aber der Umsatz mit Video on Demand von knapp über 2 Mrd. USD auf knapp unter 2 Mrd. USD (minus 6,7%) sank, beträgt unter Berücksichtigung des elektronischen Verleihs der Umsatzrückgang aller Leihformen 11,2%.

Die Gesamtbilanz wird neuerlich nur durch massive Anstiege der elektronischen Vertriebsformen getragen, die im Jahr 2014 um 16% auf 7,5 Mrd. USD zugenommen haben. Der elektronische Verkauf von Filmen (auch als EST: Electronic Sell Through bezeichnet) wuchs um 30% und erzielte 2014 damit einen Umsatz von bereits 1,55 Mrd. USD. Die höchsten Umsätze innerhalb der digitalen Vertriebsformen erzielen nach einer sehr deutlichen Steigerung von 25,8% auf nun mehr als 4 Mrd. USD die Streamingdienste im Abonnement (S-VoD). Demgegenüber müssen VoD-Dienste, die jeweils pro Film abrechnen, Rückgänge hinnehmen. Mit minus 6,7% liegen die Umsätze nun wieder unter 2 Mrd. USD. (DEG’s Year-End 2014 Home Entertainment Report)

Auch in Großbritannien war 2014 neuerlich ein erheblicher Zuwachs von digital verkauften Inhalten zu beobachten. Anders als zuletzt aber konnten damit die Verluste aus dem Rückgang der physischen Datenträger nicht mehr kompensiert werden. In Summe werden damit in UK 2,18 Mrd. Pfund erlöst, das sind um 1,4% weniger als 2013. Während der Umsatz mit physischen Bildträgern mit minus 13,4% deutlich stärker als zuletzt schrumpfte, konnten digitale Vertriebsformen um knapp unter 30% zulegen und erreichen bereits mehr als 800 Mio. Pfund Umsatz. Der Anteil der digitalen Vertriebsformen liegt damit schon bei 37%. Wie auch in den USA sind dafür vor allem Abonnementdienste wie Netflix oder Amazon Prime Instant verantwortlich. In Großbritannien war aber darüber hinaus auch ein auffälliger Anstieg der download-to-own Verkäufe zu beobachten (ERA‘s Annual Entertainment Monitor).

In Deutschland sind die Ausgaben für den Verkauf und Verleih filmischer Inhalte nach sechs Jahren kontinuierlichen Wachstums auf hohem Niveau leicht gesunken. Nach 1,76 Mrd. Euro im Jahr 2013 waren es 2014 nur mehr 1,69 Mrd. Euro. Der Rückgang aus Verkäufen ist aber moderat und selbst die Verluste bei DVD-Umsätzen sind relativ überschaubar (von 1,142 Mrd. Euro auf 1,031 Mrd. Euro). Nach Jahren des Umsatzwachstums bleibt der Erlös aus Blu-Ray Verkäufen 2014 mit 461 Mio. Euro konstant. Digital wurden nun in Deutschland erstmals mehr als 200 Mio. Euro umgesetzt. Digitaler Vertrieb ist aber fast nur im Verleihmarkt wachsend: Während digitale Käufe in drei Jahren von 2012 bis 2014 gerade von 3% auf 5% anstiegen, sind es im Verleih aktuell 42% während es 2012 erst 26% waren.

In Summe ist damit der digitale Markt um 31% gewachsen, der Anteil von S-VoD ist seit 2012 von 18% auf 26% im Jahr 2014 gewachsen. Seit September 2014 ist Netflix in Deutschland im Angebot (so wie auch in Österreich). (Der Videomarkt im Jahr 2014, GfK im Auftrag der Filmförderungsanstalt)

Laut einer Goldmedia-Erhebung nutzen im Februar 2015 bereits 35% aller Online-NutzerInnen in Deutschland VoD-Angebote, sechs Monaten davor im September 2014 (Markteintritt von Netflix) waren es noch rund 20%. Mit einem Anteil von 33,2% führt Amazon Prime Instant Video das Ranking der am häufigsten genutzten VoD-Dienste in Deutschland an. Auf den weiteren Plätzen liegen iTunes und Maxdome gleichauf mit je 11,3%. Der im September 2014 in Deutschland gestartete US-Dienst Netflix folgt mit 8% Marktanteil auf Platz fünf.
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Seit dem Jahr 2010 kann das Österreichische Filminstitut auch für Österreich verlässliche Daten für den Verkaufsmarkt von Blu-Ray und DVD in Österreich vorlegen. Durch ein Abkommen mit media control GfK International können für den österreichischen Filmwirtschaftsbericht nun das fünfte Jahr in Folge die Daten für die Umsätze mit physischen Filmdatenträgern detailliert dargestellt werden.

Diese Ergebnisse zeigen, dass auch 2014 die Umsätze aus DVD Verkäufen weiter sinken: Mit minus 7,2% bei den Stückzahlen und minus 6,8% bei den Umsätzen verläuft die Kurve ähnlich wie in Deutschland. Rechnet man DVD und Blu-Ray (die in Österreich auch 2014 sowohl nach Stückzahlen als auch nach Umsatz neuerlich 3% dazu gewinnen konnte) zusammen, sinken die Verkäufe von 14,3 Mio. Stück auf 13,6 Mio. Stück (davon 3,3 Mio. Blu-Ray) und von 187,3 Mio. Euro Umsatz auf 179,5 Mio. Euro (davon 52,3 Mio. Euro für Blu-Ray). Das entspricht einem Minus von 4,9% bei den Stückzahlen und minus 4,2% bei den Umsätzen.

Die beliebtesten DVD Genres der ÖsterreicherInnen sind wie auch im letzten Jahr Action und Komödie. 2014 deutlich beliebter als in früheren Jahren ist Fantasy. Die Vorlieben bei den Genres, die sich in früheren Jahren zwischen Blu-Ray und DVD deutlich unterschieden haben, sind 2014 nahezu ident.

Was die Umsätze anbelangt, sind es bei Blu-Ray fünf Genres, die gemeinsam fast drei Viertel der Erlöse erwirtschaften: Action, Fantasy, Komödie, Thriller und Unterhaltung.
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Quelle: media control GFK INTERNATIONAL
 
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Quelle: media control GFK INTERNATIONAL
 
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Quelle: media control GFK INTERNATIONAL
 
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Quelle: media control GFK INTERNATIONAL