nach oben| Struktur der Kinobesuche
Für das Jahr 2013 steht zum zweiten Mal die cine.ma Studie zur Struktur der Kinobesuche zur Verfügung. Die in den früheren Jahren für den Filmwirtschaftsbericht verwendeten Daten der Mediaanalyse weisen seit 2012 keine Angaben zur Struktur bzw. zur Besuchsfrequenz mehr aus.

Seit 2011 führt das Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag des Kinovermarktungsunternehmen cinecom eine repräsentative Mediengattungsstudie
(cine.ma) zur Messung der Struktur und des Besuchsverhaltens der KinogeherInnen durch, welche unter anderem auch die wichtigen soziodemografischen Informationen liefert.

Durch eine Kooperation mit cinecom ist es möglich, diese Daten für den Filmwirtschaftsbericht zu nutzen und die wichtigsten Angaben zur Struktur der Kinobesuche und der KinobesucherInnen zur Verfügung stellen zu können. Nach dem Jahr 2012, wo durch den Bruch der Datenquelle der Längsschnitt-Vergleich kaum möglich war, sind nun wieder Entwicklungen mit vergleichbarer Datenqualität möglich, da cine.ma freundlicherweise auch die Daten aus dem Jahr 2011 zur Verfügung stellt. Der aktuelle Filmwirtschaftsbericht kann daher nun auf drei Jahre in Folge eingehen und damit auch Entwicklungen der BesucherInnenstruktur nachvollziehen.

Die cine.ma weist für 2013 die im Beobachtungszeitraum geringste absolute Zahl an KinobesucherInnen aus: Waren es im Jahr 2011 in Summe 4,2 Millionen KinobesucherInnen (über 14 Jahren) und 2012 4,3 Millionen, sinkt die Zahl der ÖsterreicherInnen, die im Jahr 2013 zumindest einmal im Kino waren, auf knapp 3,7 Millionen.

Dieser sinkenden Anzahl der KinobesucherInnen steht aber ein Anstieg der Zielgruppenpotenziale gegenüber. Insgesamt ist die Zahl der theoretisch erreichbaren Zielgruppen im Alter von 14 und mehr Jahren von 7,18 Millionen auf 7,23 Millionen Personen gestiegen. Dabei ist auch wichtig, dass die Kernzielgruppen von 20 bis 59 Jahren zumindest konstant bleiben. Für die Kinos bedeutet das aktuell, dass die Gesamtbesuchszahlen von einer kontinuierlich kleiner werdenden Gruppe an BesucherInnen abhängen.

Dabei muss aber beachtet werden, dass die Besuchszahlen in den letzten zehn Jahren rund um 17 Millionen sinusartig geschwankt haben. Maßgeblich verursacht wird dies durch das Filmangebot und die Ausrichtung der Filme auf die unterschiedlichen Zielgruppen. Es gibt Jahre, in denen das Filmangebot lediglich enge Zielgruppen anspricht und es gibt Jahre mit mehreren Blockbustern, die jeweils mehr als 600.000 Besuche erzielen. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, inwieweit dieses Filmangebot die Besuchsfrequenz beeinflusst, oder ob sich die Kinokernzielgruppe nachhaltig im Wandel befindet.

Traditionelle Vorstellungen, wonach die Besuchsfrequenz mit dem Alter sinkt, haben zwar noch immer ihre Berechtigung, die Unterschiede zwischen den jüngsten und den ältesten Gruppen von BesucherInnen waren allerdings noch nie geringer. Bei den 14 bis 19 Jährigen und den 20 bis 29 Jährigen sind es im Schnitt 4,7 Kinobesuche im Jahr, die Besuchsfrequenz sinkt aber bei den Altersgruppen ab 50 Jahren nur mehr auf 3,4 bis 3,6 Besuche ab.

Die insgesamt steigenden Frequenzen des Kinobesuchs sind dafür verantwortlich, dass trotz einer deutlich sinkenden absoluten Anzahl von KinobesucherInnen die Besuche insgesamt nicht noch deutlicher zurückgehen.

Bedingt durch die kontinuierlich steigenden Anteile der älteren BesucherInnen und durch die ebenfalls steigenden Besuchsfrequenzen der KinogeherInnen ab 50 Jahren ist diese Zielgruppe mittlerweile für rund ein Viertel aller verkauften Tickets verantwortlich. Auf Ebene der Personen sind es über ein Viertel der KinobesucherInnen, die ein Alter von 50 Jahren überschritten haben. Teenager machen im Vergleich dazu knapp 14% der BesucherInnen und erwerben 16% der verkauften Kinokarten.

Traditionell gehen anteilig etwas mehr Männer - und das häufiger - ins Kino als Frauen. Im Jahr 2013 zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Es sind 50% Kinobesucher und 50% Kinobesucherinnen und die höheren Werte der Kinobesuche der Männer resultieren nur mehr aus einer geringfügig höheren Frequenz: 4,2 Besuchen der Männer stehen 3,9 Besuchen der Frauen gegenüber. Damit sind Frauen bereits für 48% aller verkauften Kinokarten verantwortlich.

Von den 15,2 Millionen Kinobesuchen im Jahr 2013 entfallen 14,4 Millionen auf Personen, die älter als 14 Jahre sind. Rund 760.000 Kinokarten werden an Personen unter 14 Jahren verkauft.

Das Durchschnittsalter der KinobesucherInnen in Österreich ist erneut gestiegen und beträgt aktuell bereits knapp 40 Jahre.
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Quelle: cine.ma
 
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Quelle: cine.ma