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  • Physische Bild- und Tonträger erreichen 2013 in Österreich mit 14,3 Millionen Stück einen Umsatz von 187,3 Mio. Euro, dies bedeutet einen geringfügigen Rückgang gegenüber 2012.
  • Die beliebtesten Genres der ÖsterreicherInnen sind Komödie und Unterhaltung bei DVD und Action sowie Komödie bei Blu-Ray.
  • Deutschland erreicht mit dem Verkauf und Verleih filmischer Inhalte ein neues Rekordergebnis (plus 2%). Der Zuwachs ist vor allem auf den Umsatz der Blu-Rays zurückzuführen (plus 20%). Der Umsatz aus dem digitalen Verkauf und Verleih ist gegenüber 2012 um 25% gestiegen.
  • In den USA erreichen die Umsätze aus den elektronischen Vertriebsformen nach erneuten Steigerungen bereits 5 Mrd. USD aus. Das sind bereits deutlich mehr als ein Viertel der Gesamtumsätze aus Verkauf und Verleih.

Neue technologische Entwicklungen (vor allem die zunehmende Verfügbarkeit von Bandbreite im Web) ermöglichen Zugang zu Bewegtbild in immer neuen Formen und Vertriebsmodellen. Das klassische Modell der Vertriebskaskade über das Kino zu DVD, Video on Demand und dann Pay-TV bis letztlich Free-TV wird zunehmend durchbrochen. Nicht zuletzt das große Interesse an TV-Serien hat hier zu einem Umbruch geführt. Streamingdienste wie Netflix, Hulu oder Maxdome bieten Serienfolgen bereits vor der Ausstrahlung im Fernsehen an, monatliche Gebühren oder Pay-per-view Modelle erlauben individuell optimierten Konsum. Welche Auswirkungen der Bezug von Filmen und TV-Programmen über das Internet für das Fernsehen haben wird, ist noch nicht abzusehen. Die täglichen Sehzeiten (auch der Jugendlichen) ändern sich kaum, der lineare TV-Konsum geht nicht zurück, Fernsehveranstalter planen neue Angebote.

KonsumentInnen können heute zwischen einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen, um die gewünschten Inhalte zur Verfügung zu haben. Neben dem Kauf eines physischen Bild- und Tonträgers - auch mittels elektronischer Bestellung - und dem Verleih in einer Videothek, sind es vor allem die elektronischen Vertriebsformen, die zur Dynamik des Marktes beitragen. Video on Demand als Streaming oder Download, für eine einmalige oder mehrmalige Nutzung (DTO: Download to Own), mit oder ohne Möglichkeit der Speicherung oder sogar der Übertragung der Inhalte auf einen Datenträger (DTB: Download to Burn), als Einzelkauf (T-VoD: Transactional Video on Demand oder Pay-per-view) oder im Rahmen eines Abonnements (S-VoD: Subscription Video on Demand): Auch in den deutschsprachigen Länder offeriert eine Vielzahl von Anbietern unterschiedliche Modelle.

Nach mehreren Jahren kontinuierlich sinkender Umsätze mit Blu-Rays und DVDs als auch allen Vertriebsformen gemeinsam hat sich der bereits 2012 gezeigte Umschwung in den USA auch 2013 bestätigt. Das zweite Jahr kann ein Zuwachs beobachtet werden, von 2012 auf 2013 von 0,7% auf 18,2 Mrd. USD. Physische Bild-Ton-Träger haben allerdings erneut, in absoluten Zahlen von 8,5 Mrd. USD auf 7,8 Mrd. USD abgenommen. So wie in den meisten Märkten ist auch in den USA ein weiterer deutlicher Rückgang der Erlöse aus den Videotheken zu konstatieren. Der Umsatz mit dem Verleih von physischen Datenträgern ging um 9,5% zurück und liegt nur mehr knapp über 1 Mrd. USD. Da aber der Umsatz mit Video on Demand um 2,5% auf 552 Mio. USD anstieg, beträgt unter Berücksichtigung des elektronischen Verleihs der Umsatzrückgang aller Leihformen nur 5,6%.

Die Gesamtbilanz wird - wie auch schon 2012 - durch massive Anstiege der elektronischen Vertriebsformen getragen. Der elektronische Verkauf von Filmen (auch als EST: Electronic Sell Through bezeichnet) wuchs um 47% und erzielte 2013 damit einen Umsatz von bereits 1,2 Mrd. USD und Streamingdienste (bezahlt) wuchsen um 32% auf aktuell 3,2 Mrd. USD. Die digitalen Vertriebsformen haben damit im Jahresvergleich um 24% zugenommen. (DEG’s Year-End 2013 Home Entertainment Report)

Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass nach wie vor Player und Spielekonsolen mit Blu-Ray Eignung (und mit steigender Tendenz), HDTV Geräte in großer Zahl verkauft werden. Unterstützt wird diese Entwicklung nicht zuletzt durch den Erfolg der Ultra Violet Initiative (Streaming Dienste) von neun Majors, die auf 15 Millionen Verträge blicken können. 72 Millionen US-Haushalte verfügen über Blu-Ray Player und 96 Millionen Haushalte haben ein HDTV-Gerät.

Auch in Großbritannien hat 2013 erneut ein massiver Zuwachs von digital verkauften Inhalten zu einem Turnaround geführt und der Bereich Video hat mit 3,7% Wachstum (2,1 Mrd. Pfund) auch das Niveau von 2011 übertroffen. Während der Umsatz mit physischen Bildträgern erneut um 6,8% schrumpfte, konnten digitale Vertriebsformen um mehr als 40% zulegen und liegen bereits bei mehr als 620 Mio. Pfund Umsatz. Wie auch in den USA sind dafür vor allem Abonnementdienste wie Netflix, Lovefilm oder Ultraviolet verantwortlich, die durchwegs hohe zweistellige oder sogar dreistellige Zuwachsraten aufweisen. (ERA‘s Annual Entertainment Monitor)

In Deutschland haben die Ausgaben für den Verkauf und Verleih filmischer Inhalte ein neues Rekordergebnis erreicht und sind gegenüber dem Vorjahr von 1,7 Mrd. Euro auf 1,76 Mrd. Euro angestiegen. Im Gegensatz zum angelsächsischen Raum sind in Deutschland auch die Verkäufe physischer Bildträger gestiegen (plus 2%), allerdings ausschließlich durch eine 20% Steigerung der Blu-Ray Umsätze, da auch in Deutschland von Jahr zu Jahr weniger DVDs verkauft werden. Insgesamt ist der Umsatz aus dem digitalen Verkauf und Verleih gegenüber 2012 (123 Mio. Euro) um 25% auf 154 Mio. Euro angestiegen. Digitaler Vertrieb macht damit in Deutschland 9% des Gesamtumsatzes aus. (BUNDESVERBAND AUDIOVISUELLE MEDIEN e.V. Pressemitteilung)

Laut Goldbach Media steht in Deutschland ein VoD-Boom bevor. Im Jahr 2013 haben vier Millionen Personen im Schnitt acht Filme von kommerziellen Online-Videotheken genutzt. Bis 2018 soll sich nach Goldbach der Umsatz mit VoD-Angeboten auf 449 Mio. Euro nahezu verdreifachen (ohne Einnahmen aus werbefinanziertem VoD und Mediatheken).

2013 lag der Gesamtumsatz der Branche bei 163 Mio. Euro. Mit 73 Mio. Euro ist der Umsatzanteil für Bezahlvideos, der sogenannte T-VoD-Markt (Transactional Video on Demand), heute am größten. Derzeit noch das kleinste Marktsegment ist Video on Demand auf Abo-Basis, S-VoD (Subscription VoD) mit einem Umsatz von 33 Mio. Euro im Jahr 2013.
nach oben| Blu-Ray + DVD
Beginnend mit dem Jahr 2010 kann das Österreichische Filminstitut auch für Österreich verlässliche Daten für den Verkaufsmarkt von Blu-Rays und DVDs in Österreich vorlegen. Durch ein Abkommen mit media control GfK International können für den Österreichischen Filmwirtschaftsbericht nun das vierte Jahr die Daten für die Umsätze mit physischen Filmdatenträgern detailliert dargestellt werden.

Diese Ergebnisse zeigen, dass auch in Österreich Blu-Ray Absätze gestiegen sind (plus 13%), aber auch hier die Effekte des stagnierenden Gesamtumsatzes an physischen Bild-Ton-Trägern zum Tragen kommen. Lag 2012 das Gesamtvolumen aus Blu-Ray und DVD Verkäufen bei 14,5 Mio. Einheiten und der Gesamtumsatz bei 187,5 Mio. Euro, so sind es 14,3 Mio. Einheiten im Jahre 2013, die einen Gesamtumsatz von 187,3 Mio. Euro bedeuten.
2010 waren es noch 196,3 Mio. Euro.

Die beliebtesten DVD Genres der ÖsterreicherInnen sind wie auch im letzten Jahr Komödie, Unterhaltung und Action, die gemeinsam rund die Hälfte aller verkauften Titel ausmachen. Die Vorlieben unterscheiden sich allerdings zwischen Blu-Ray und DVD. Während bei der DVD Komödie und Unterhaltung deutlich vor Action liegen, führt bei Blu-Ray Action klar vor Komödie und Thriller.

Was die Umsätze anbelangt, ist bei Blu-Ray Unterhaltung auf den fünften Rang abgerutscht und wurde von Science Fiction knapp überholt.

Elektronische Vertriebsformen hinken in Europa (vor allem wegen der kleineren Märkte und der erheblich aufwändigeren Rechtesituation) hinter den USA deutlich hinterher. Die Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH weist für Österreich aktuell 274 Angebote für abrufbare Inhalte von deutlich über 100 Anbietern aus. Eine prominente Stellung nehmen dabei neben den linearen TV-Anbietern auch die Mobilfunkbetreiber ein, die damit das Geschäftsmodell erweitern und die vertikale Wertschöpfung verlängern.

IP-Österreich, der exklusive Vermarkter der Österreich-Werbefenster von RTL, RTL II, Super RTL und VOX sowie von Sky Sport Austria, betreut auch free und paid content der Mediatheken der RTL-Gruppe in Österreich. Alleine dieser Anbieter verzeichnet 2013 rund 2,2 Mio. Videoviews in Longform (also TV-Inhalte in originaler Länge). Dazu kommen bei der RTL-Gruppe weitere rund 1,5 Millionen Abrufe von Kurzformaten (Zusammenfassungen, Clips, Trailer etc.).

Goldbach hat im Juni 2012 eine Studie zur Nutzung von Bewegtbild im Internet veröffentlich. Demnach sehen 84% der NutzerInnen Videoinhalte bis zu einer Dauer von 30 Minuten (37% bis 5 Minuten und 47% 5 Minuten bis 30 Minuten). Längere Formate werden eher selten genutzt (30 bis 60 Minuten: 11%, länger als 60 Minuten: 4%). Nach dieser Studie sind es die 15 bis 29 Jährigen, die zumindest teilweise linearen TV-Konsum durch Online-Video-Nutzung ersetzen.
nach oben| Blu-Ray Verkauf 2010-2013 Lade Tabelle
Quelle: media control GFK INTERNATIONAL
 
nach oben| Blu-Ray Verkauf Lade Tabelle
Quelle: media control GFK INTERNATIONAL
 
nach oben| DVD Verkauf 2010-2013 Lade Tabelle
Quelle: media control GFK INTERNATIONAL
 
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Quelle: media control GFK INTERNATIONAL
 
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Ein Gegenprogramm zu den internationalen Anbietern aus den USA ist Flimmit, ein Provider mit einem österreichischen Schwerpunkt. Seit drei Jahren wird diese österreichische Plattform durch öffentliche Mittel (MEDIA 2007, Österreichisches Filminstitut) gefördert, um den Aufbau von Video on Demand in Österreich zu ermöglichen. Im Sommer 2014 hat sich der ORF an Flimmit beteiligt.