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Der Filmwirtschaftsbericht hat die Aufgabe, die Gesamtheit des Filmschaffens in Österreich als Teil der audiovisuellen Industrie darzustellen. Ein Kernelement dabei sind die wirtschaftlichen Eckdaten der Branche. Mit dem Filmwirtschaftsbericht 2013, Facts+Figures 12 werden die Daten zum Thema Filmwirtschaft nun zum vierten Mal auf Basis der Leistungs- und Strukturstatistik der Statistik Austria dargestellt. Durch diese Zeitreihe kann eine Datenqualität der Entwicklungen erreicht werden, die auf der Grundlage kontinuierlich erhobener Daten tatsächliche Entwicklungen nachzeichnet und die wirtschaftliche Situation der Branche im Detail darstellt.

„Die Leistungs- und Strukturstatistik der Statistik Austria erlaubt wichtige Aussagen über die Struktur, Tätigkeit, Beschäftigung, Investitionstätigkeit und Leistung der Unternehmen auf nationaler und regionaler Ebene in der Gliederung nach Wirtschaftsbereichen entsprechend der ÖNACE. Diese Statistik wird in Form einer so genannten Konzentrationsstichprobe (Vollerhebung mit variablen Abschneidegrenzen unter Berücksichtigung eines Deckungsgrades) bei gleichzeitiger konsequenter Nutzung verfügbarer Verwaltungsquellen (Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Finanzbehörden sowie ab 2008 auch Lohnzetteldaten) und von Synergien zwischen statistischen Erhebungen im Sinne des Bundesstatistikgesetzes 2000 erstellt. Alle Unternehmen unterhalb der gesetzlich vordefinierten Schwellenwerte (Abschneidegrenzen) werden mittels eines modellbasierten Ansatzes zur Datenergänzung mit Hilfe der verfügbaren Verwaltungsdaten auf Mikroebene berechnet“ (Statistik Austria). Statistik Austria berücksichtigt nur jene Unternehmen, die nach eigenen Angaben im jeweiligen Bereich ihren Tätigkeitsschwerpunkt haben. Bei den kumulierten Umsätzen ist zu beachten, dass die Vorleistungen hier nicht abgezogen sind. Die dargestellten Werte entsprechen also weitgehend den Produktionswerten und nicht der Wertschöpfung. In den Umsätzen der Kinos sind so etwa Umsätze der Produktionsunternehmen oder der Verleihfirmen enthalten, und auch die Umsätze der Nachbearbeitung sind Vorleistungen, die bei den Produktionsunternehmen Ausgaben bedeuten.

Unternehmen werden von Statistik Austria einem Wirtschaftszweig zugeordnet. Auf nationaler Ebene wird seit 2008 die ÖNACE 2008 angewandt. Diese Aktivitätsklassifikation untergliedert die europäische NACE „Nomenclature européenne des activités économiques“ mittels Unterklassen noch detaillierter, sodass auch österreichische Spezifika berücksichtigt werden können. Diese Aktivitätsklassifikation erfasst die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Betrieben und dient statistischen Zwecken.

Es ist zu beachten, dass Angaben zur Filmwirtschaft sich auf die jüngsten verfügbaren Daten der Leistungs- und Strukturstatistik aus 2011 beziehen. Die Angaben liegen daher gegenüber den anderen Daten in diesem Bericht um ein Jahr zurück.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
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In Summe ist die Filmwirtschaft eine relativ kleine Branche. Angesichts von Umsatzerlösen im Gesamtumfang von 694,6 Mrd. Euro (Produktion und Dienstleistung ohne öffentliche Verwaltung, Sozialwesen und Kunst bzw. Unterhaltung und Erholung) bedeuten 834 Mio. Euro Umsatze der Filmwirtschaft 0,12% der Gesamtumsätze. Was die Anzahl der Unternehmen betrifft, erreicht die Branche allerdings 0,71% und bei den Beschäftigten sind es 0,25%. Auf niedrigem Niveau verliert die Filmwirtschaft leicht an relativer Bedeutung in der Gesamtwirtschaft, bleibt damit eine pro Unternehmen vergleichsweise beschäftigungsschwache, vor allem aber umsatzschwache Branche.

Bei einer für die österreichische Wirtschaft angenommenen durchschnittlichen Steuerquote liefert die Branche rund 80 Mio. Euro an Steuern und Abgaben an den Staat ab, also deutlich mehr als an Subventionen geleistet wird. Innerhalb der Filmwirtschaft ist der Bereich „Kino- und TV-Film“ mit mehr als zwei Drittel der Unternehmen (und damit weiter steigenden Anteilen), mittlerweile mehr als 50% der Umsätze und mit rund 50% der Beschäftigten, der mit Abstand bedeutendste Bereich. Diese besondere Rolle der Unternehmen aus dem Bereich der Film- und Fernsehproduktion wird auch durch die über die letzten Jahre wachsenden Anteile an den Branchenwerten unterstrichen. Mit vergleichsweise wenigen Betrieben (103 wirtschaftliche Einheiten entsprechen weniger als 5%) erwirtschaften die Kinos allerdings rund 21% der Umsätze des gesamten Sektors und beschäftigen rund 27% aller Erwerbstätigen. Die Branche wird dominiert durch kleine Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten. 95% aller Unternehmen weisen höchstens neun Beschäftigte auf. Da bei dieser Verteilung die Details zu Beschäftigten und Umsatzerlösen für Nachbearbeitung und Filmverleih nach der Unternehmensgröße nicht ausgewiesen werden können, soll die relative Bedeutung der größeren Unternehmen anhand der Produktionsfirmen dargestellt werden. Gerade einmal 3% aller Produktionsunternehmen (das sind 52 Firmen) weisen mehr als zehn MitarbeiterInnen auf. Dabei haben 34 Unternehmen 10 bis 19 MitarbeiterInnen (immerhin um sechs mehr als im Jahr davor), zwölf weisen 20 bis 49 MitarbeiterInnen auf (vier weniger als 2010) und sechs Unternehmen (doppelt so viele wie im Vorjahr) haben mehr als 50 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt. Diese 3% allerdings erzielen 48% (nach 44% im Jahr 2010) der Umsatzerlöse aller Produktionsfirmen und beschäftigen 33% aller MitarbeiterInnen.

Die insgesamt wachsende Bedeutung der Produktionsfirmen wird also in erster Linie durch die größeren Einheiten getragen. Während die Produktionsunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten im Schnitt rund 96.000 Euro pro MitarbeiterIn erwirtschaften (und damit etwas weniger als im Vorjahr, da waren es noch knapp 100.000 Euro), sind es bei den größeren Unternehmen fast 180.000 Euro.

m Längsschnitt seit 2008 zeigt sich die Entwicklung bei der Zahl der Unternehmen in der Branche sehr uneinheitlich. Während Produktion und Nachbearbeitung Zuwächse aufweisen, wird die Zahl der Kinounternehmen und vor allem der Videotheken von Jahr zu Jahr geringer. Die Produktionsunternehmen im Bereich des Werbefilms haben zuletzt ebenso wie die des Wirtschaftsfilms abgenommen. In Summe stieg die Anzahl der Unternehmen in der Branche sehr gering an.
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1/ Detailangaben geheim
Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
nach oben| Umsatzerlöse
2011 war die Branche durch eine besonders heterogene Entwicklung gekennzeichnet. In Summe ist ein stabiler Zuwachs der Umsatzzahlen von 5% zu konstatieren, der in erster Linie auf die deutlichen Gewinne der Verleih- und der Produktionsfirmen zurückzuführen ist. Beim Werbefilm und vor allen den Videotheken sind hingegen erhebliche Umsatzeinbrüche zu verzeichnen. Die Einbrüche der Krise rund um das Jahr 2009 konnten damit in Summe nachhaltig wettgemacht werden. In erster Linie sind es die Produktionsunternehmen, die mit Zuwächsen von rund 8% und Umsätzen von 431 Mio. Euro das Tempo vorgeben. Dieses Wachstum widerspricht der Entwicklung der Förderungen der öffentlichen Hand, die von 2010 auf 2011 von 56,4 Mio. Euro auf 52,4 Mio. Euro gesunken sind. Diesem Rückgang der Förderungen an die ProduzentInnen Höhe von rund 4 Mio. Euro stehen demnach Zuwächse der Umsatzerlöse von mehr als 30 Mio. Euro gegenüber und insgesamt sind es 430 Mio. Euro Umsatzerlöse, denen 52,4 Mio. Euro Förderungen (für Projektentwicklung, Herstellung und Verwertung) entgegen zu setzen sind, also ein Verhältnis von 1:8.

Während der Wirtschaftsfilm seine Erholung mit 6,5% Steigerung der Umsätze fortsetzen kann, verliert der Werbefilm nach einer Stagnation im Jahr 2010 im Jahr 2011 mit 12,4% deutlich an Umsatz. Damit liegt dieser Bereich unter den Ergebnissen des Jahres 2009. Der zweite große Umsatzbringer, die Kinos, konnte 2011 seine konstante Entwicklung mit neuerlich über 2% Umsatzwachstum bestätigen. Erneut deutliche Zuwächse erzielen die Verleihe, die das dritte Mal in Folge Umsatzzuwächse über 10% erzielen können, obwohl der Verkauf von Tickets um 4,2% zurückging. Hier sind einerseits die steigenden Ticketpreise (vor allem wegen des großen Erfolgs der 3D Blockbuster mit dem entsprechenden Aufschlag auf die Kartenpreise) zu beachten, zum anderen sind die Folgen der weitreichenden Digitalisierung für die Verleihe offensichtlich sehr lukrativ.
Die Videotheken verlieren 2011 noch stärker an Umsatz als in den Jahren zuvor. Betrugen 2009 die Umsatzrückgänge noch 18% und 2010 knapp 6%, sind es 2011 fast 14%. Damit aber haben die Videotheken in den letzten zwei Jahren ein Fünftel der Umsätze verloren. Der Umsatzzuwachs der Kinos ist trotz eines nicht besonders guten Kinojahres mit einem Minus von 0,7 Millionen Besuchen gegenüber 2010 erreicht worden. Auch Kinos profitieren von den Förderungen durch die öffentliche Hand. Neben der Unterstützung des technologischen Umstiegs auf digitale Projektion mit insgesamt mehr als 1 Mio. Euro sind es für ausgewählte Kinos Förderungen zur

Gestaltung des Programmes, in den meisten Fällen abseits des Main Stream. Steigende Ticketpreise und ein Zuschlagssystem für 3D Technologie, Wochenende etc. führen zu einer beachtlichen Umsatzsteigerung, vor allem aber wachsenden Erlösen pro Besuch. Darüber hinaus verbuchen Mehrsaalkinos höhere Umsätze aus Gastronomie und anderen Umsatzbringern. Durch die neuerlichen Konzentrationseffekte ist die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Betriebe und dem Anteil an den Branchenumsätzen weiter verschärft worden: 4,7% aller Unternehmen im Sektor erzielen 21,4% aller Umsätze. Bei den Verleihen entfallen auf 3,5% der Betriebe 12,2% der Branchenumsätze. Damit können die Verleihe im Branchenvergleich ihre Umsatzstärke erneut ausbauen. Im Gegensatz dazu müssen sich bei den Produktionsfirmen nun 69,3% aller Betriebe mit rund der Hälfte der Umsätze begnügen.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
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nach oben| Beschäftigte
Die Beschäftigtenzahl korrespondiert nicht linear mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Produktionsfirmen beschäftigen bei knapp 8% Umsatzzuwachs (nominell) um 5,8% mehr MitarbeiterInnen, legen also (Umsatz inflationsbereinigt) bei der Zahl der Beschäftigten nicht zu. Videotheken verlieren aufgrund der erneut stark sinkenden Umsätze und der abnehmenden Zahl der Unternehmen deutlich an MitarbeiterInnen. Demgegenüber bauen Werbefilmunternehmen trotz deutlich sinkender Umsätze kaum Personal ab. Im Gegensatz zum letzten Jahr senken die Kinos die Anzahl der MitarbeiterInnen gegenläufig zu den Umsatzgewinnen, können also aufgrund der Marktkonzentration, vermutlich aber auch wegen der Digitalisierung, Personal einsparen. In Summe beschäftigt die Gesamtbranche damit 2011 um 0,5% mehr Menschen als im Jahr davor. Diese strukturellen Veränderungen führen dazu, dass die Bedeutung der Produktionsunternehmen als Arbeitgeber weiter zunimmt: Produktionsfirmen beschäftigen mittlerweile die Hälfte aller MitarbeiterInnen in der Branche. Die Bedeutung der ProduzentInnen zeigt sich bei der Analyse der Löhne und Honorare noch deutlicher. Nicht weniger als 60,1% der Personalaufwendungen werden von den Produktionsfirmen geleistet, die damit überdurchschnittlich zahlen, da ja nur rund die Hälfte aller Beschäftigten auf dieses Segment entfällt. Noch größer ist diese Diskrepanz bei den Verleihfirmen, wo 4% der Beschäftigten 6,8% der Personalkosten verursachen. Umgekehrt zahlen Kinos und Videotheken deutlich unter dem Branchenschnitt. 26,8% der Beschäftigten arbeiten in Kinos und stehen für 18,1% des Personalaufwands; bei den Videotheken kosten 8,4% der Beschäftigten gar nur 3,2% der Personalaufwendungen.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
nach oben| Personalaufwand in %
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2011
 
nach oben| Struktur der Unternehmen
Der Fachverband der Film- und Musikindustrie erhebt jährlich Strukturdaten auf Basis der Gewerbeberechtigungen im eigenen Wirkungsbereich. Dabei unterscheidet der Fachverband zwischen Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) und Unternehmen, die auch MitarbeiterInnen beschäftigen. Während Statistik Austria nach dem unternehmerischen Schwerpunkt - unabhängig von den Gewerbeberechtigungen erhebt und die einzelnen Einheiten dem tatsächlichen Schwerpunkt zuordnet - erfasst der Fachverband ausschließlich die dem Industriebereich unterliegenden einschlägigen Gewerbeberechtigungen. Diese Daten sind daher mit den Ergebnissen von Statistik Austria nur sehr bedingt vergleichbar. Nach Jahren der kontinuierlichen nominellen Steigerungsraten (vor allem durch die rasante Zunahme der EPUs) ist 2011 erstmals seit Jahren eine Abnahme der Gewerbeberechtigungen zu verzeichnen, 2012 allerdings wieder ein deutlicher Anstieg. Aktive Gewerbeberechtigungen steigen dabei im Ausmaß der EPUs, noch deutlicher steigt die Zahl der ruhend gestellten Berechtigungen. Das ändert aber Nichts am hohen Anteil von 93% der EPUs an der Gesamtzahl der Unternehmen.
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Quelle: Fachverband der Film- und Musikindustrie
 
nach oben| Produktionswert fertiggestellter Filme
Eine Kenngröße stellt der Produktionswert fertig gestellter Filme dar. Gemessen wird dabei der österreichische Anteil an den Gesamtherstellungskosten aller im beobachteten Jahr fertig gestellter Filme. 2012 erreicht dieser Kennwert knapp 165,2 Mio. Euro. Der Wert liegt damit deutlich unter den Jahren 2010 (168,4 Mio. Euro) und 2011 (177 Mio. Euro). Auf Kinofilme entfallen davon 29,3 Mio. Euro (2011: 35,2 Mio. Euro), auf Fernsehfilme knapp 106 Mio. Euro (2010 waren es 110,2 Mio. Euro).

In den Zuständigkeitsbereich der Fachvertretung für Film- und Musikindustrie fallen zahlreiche unterschiedliche Gewerbearten, welche alle der Kategorie des freien Gewerbes angehören, d.h. zur Erlangung eines Gewerbescheins sind keine besonderen Voraussetzungen oder Befähigungsnachweise über besondere Kenntnisse zu erfüllen.
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Quelle: Fachverband der Film- und Musikindustrie