nach oben| Blu-ray und DVD Verwertung
Der ökonomische Erfolg der DVD scheint an einem Scheitelpunkt angekommen zu sein. In den USA ist (laut DEG - Digital Entertainment Group) trotz eines deutlichen Anstiegs der Blu-ray Verkäufe (um 19% mehr als 2010) der Gesamtumsatz aus Verkäufen und Vermietungen von DVDs um 2% gesunken. Damit befinden sich die USA im Gleichklang mit England (laut British Video Association), wo die Umsätze 2011 gegenüber dem Vorjahr um 7,2% sanken. In Deutschland haben die Umsätze dank eines sehr dynamischen Wachstums der Blu-ray (+41% bei den Stückzahlen) die Verluste aus dem Absatz von konventionellen DVDs und den sinkenden Durchschnittspreisen (von 11,88 auf 11,68 Euro pro Stück) kompensieren können und eine nominelle Steigerung der Verkaufserlöse um 2% realisiert.
Die aktuellen Zahlen aus den USA berücksichtigen auch die Erlöse aus (legalen) Downloads. In Summe gaben im Jahr 2011 US-amerikanische KonsumentInnen für „Home-Entertainment“ 18 Milliarden USD aus. Die Einkünfte aus dem Verkauf von physischen Datenträgern haben um 13% abgenommen und liegen bei neun Mrd. USD. Die Erlöse aus dem Verleih nehmen mit Minus 3% leicht ab (5,7 Mrd. USD). Allerdings können elektronische Vertriebsformen (Subscription Screening, VoD, Electronic Sell-Thru) in den USA die Verluste doch weitgehend kompensieren. Diese neue Vertriebsform erzielte im Jahr 2011 um 51% höhere Umsätze und erreichte mit 3,4 Mrd. USD wesentlich höhere Umsätze als die Blu-ray, die 2011 erstmals die 2 Milliarden USD-Marke durchbrach.

Verglichen mit den Ergebnissen an der Kinokasse, die zurückgegangen sind, kann die tertiäre Verwertung nur durch die Gesamtheit der Verwertungskaskade (Verkauf, Verleih und Download) die Kinoergebnisse übertreffen, die 2011 (für die USA und Kanada) 10,2 Mrd. USD erreichten, ein Rückgang um 2%.
Seit 2011 kann das Österreichische Filminstitut auch für Österreich verlässliche Daten für den Verkaufsmarkt von DVDs und Blu-rays vorlegen. Durch ein Abkommen mit mediacontrol GfK International werden für den Österreichischen Filmwirtschaftsbericht die Daten für die Umsätze mit DVDs und Blu-rays detailliert verfügbar. Wie auch zuletzt sind die Umsätze mit DVD und Blu-ray in Österreich im Verhältnis zur Bevölkerung deutlich höher als in Deutschland.

2010 wurden in Österreich insgesamt 14,8 Millionen DVDs und Blu-rays verkauft. Auf die DVD entfielen davon 12,6 Mio. Stück, auf Blu-ray 2,2 Mio. Stück. Die Gesamtumsätze für das Jahr 2011 belaufen sich auf 190,7 Mio. Euro. Mehr als 37 Millionen Euro davon entfallen auf die Verkäufe von Bluray. Anders als in den USA liegen damit die Umsätze mit dem Heimkino deutlich höher als mit der Kinokarte, wo 2011 insgesamt 124 Millionen Euro an den Kinokassen erlöst wurden. Während die DVD bei den verkauften Stückzahlen um 3,6% und bei den Umsätzen um 7,9% verlor, hat Blu-ray bei den Stückzahlen um 33,7% und bei den Erlösen um 29,6% gewonnen.

Die beliebtesten DVD Genres der ÖsterreicherInnen sind Komödien, Unterhaltung und Action, die gemeinsam deutlich mehr als die Hälfte aller verkauften Titel ausmachen. Die Vorlieben unterscheiden sich allerdings zwischen DVD und Blu-ray. Während bei der DVD Komödie und Unterhaltung deutlich vor Action liegen, führt Action bei Blu-ray klar vor Komödie und Thriller. Unterhaltung liegt bei diesem Format erst auf dem vierten Rang.
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Quelle: media control GfK INTERNATIONAL
 
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Quelle: media control GfK INTERNATIONAL