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Europäischer Fonds zur Unterstützung von internationalen Gemeinschaftsproduktionen und zur Verbreitung europäischer Kinofilme
  • 2011 kam ein neues Berechnungsmodell der Mitgliedsbeiträge zur Anwendung.
  • Im Rahmen der Herstellungsförderung wurde „Amour“ von Michael Haneke/Wega Film mit 600.000 Euro gefördert, der österreichische Anteil beträgt 60.000 Euro.

http://www.coe.int/eurimages

Der europäische Koproduktionsfonds EURIMAGES wurde 1988 als Teilabkommen des Europarates mit Sitz in Straßburg gegründet, um Kinofilme (Mindestlänge 70 Minuten), die als europäische Koproduktionen produziert werden, zu unterstützen. Diese Förderung erfolgt im Rahmen der Herstellung von Koproduktionen zwischen mindestens zwei Mitgliedsländern des Fonds; als rechtliche Basis dient das „Europäische Übereinkommen über die Gemeinschaftsproduktion von Kinofilmen“ („Multilaterale Konvention“ vom 2. Oktober 1992) bzw. zwischenstaatliche Filmabkommen. Das Ziel dabei ist es, die europäische Filmindustrie zu fördern, sowohl durch die Unterstützung von Koproduktionen professioneller Partner als auch bei der Verwertung. Eurimages verfolgt dabei sowohl einen kulturellen Ansatz zur Berücksichtigung der vielfachen Wurzeln der europäischen Gesellschaft, als auch einen ökonomischen Aspekt der Investition in einen Wirtschaftszweig, der trotz ökonomischer Zwänge beweisen will, dass Film eine Kunstform ist. Bei der Förderung handelt es sich um eine Spitzenfinanzierung bis zu einer Höhe von 17% der Gesamtherstellungskosten bzw. bis zu 700.000 Euro. In jedem koproduzierenden Land müssen zum Zeitpunkt der Einreichung mindestens 50% der Finanzierung gesichert sein. Eine Beteiligung von Nicht-Mitgliedsstaaten bis zu 30% des Herstellungsbudgets ist möglich. Die Förderung erfolgt in Form eines erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschusses, rückzahlbar ab dem ersten Nettoerlös der ProduzentInnen, aliquot in Höhe der Beteiligung.

Neben der Herstellung unterstützt EURIMAGES auch den Verleih von europäischen Kinofilmen in Ergänzung zum MEDIA Programm der Europäischen Union. Damit wird sowohl der Verleih von Filmen aus EU-Ländern in Nicht-EU-Ländern gefördert, als auch der Verleih von Filmen aus Nicht-Mitgliedsländern in EU Staaten. Auch Kinos in Ländern ohne MEDIA Zugang werden von EURIMAGES gefördert. Die Förderung der Digitalisierung von EURIMAGES geförderten Filmen ist Ende 2010 ausgelaufen. Das Entscheidungsgremium von EURIMAGES ist das Direktionskomitee, die Abwicklung erfolgt durch das im Europarat ansässige Sekretariat, die Projektbetreuung durch das Filminstitut. Die politische Vertretung im Komitee übernimmt das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur.

EURIMAGES hat 36 Mitgliedsländer: Albanien, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn und Zypern (Stand: Dezember 2011).
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Der europäische Koproduktionsfonds unterstützt die Herstellung europäischer Koproduktionen.

22,9 Mio. Euro betrugen die Beitragszahlungen aller 36 Mitgliedsländer 2011. Der österreichische Beitrag von 488.641 Euro entspricht 2,14% der Zahlungen.

2011 kam ein neues System für die Berechnung der Beitragszahlungen zur Anwendung. Diese werden wie bisher auf Basis des Brutto-Inlands-Produkts berechnet, neu hinzu kommt die Berücksichtigung der Bevölkerungszahl und der jährlichen Anzahl an Koproduktionen. Für Länder wie Belgien oder Österreich bedeutet diese Neuberechnung vorerst eine Erhöhung ihres Beitrags. Um den Umstieg zu erleichtern, wurde eine Übergangszeit von sechs Jahren festgelegt, in der der Beitrag kontinuierlich auf das neue System hingeführt wird. Die Berechnungen werden jährlich aktualisiert.

Details dazu unter http://www.coe.int/t/dg4/eurimages/Source/Regulations/2009_FinancialRegulationsAdopted_en.pdf
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Österreichische ProduzentInnen und Verleihfirmen erhielten Förderungszusagen in Höhe von 65.000 Euro oder 0,3% aller Zusagen von EURIMAGES. Damit hat sich die Ausschöpfung der von EURIMAGES an Österreich gezahlten Mittel gegenüber 2010 um 75% verringert.
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*/ Förderungen, die an österreichische ProduzentInnen bzw. Verleihfirmen vergeben wurden
Quelle: EURIMAGES, Filminstitut