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Seit nunmehr zwei Jahren stellt Statistik Austria Daten zur Filmwirtschaft in einer zuvor nicht gekannten Datenqualität und -tiefe zur Verfügung. Dabei ist zu beachten, dass die Angaben aus der Leistungs- und Strukturstatistik 2009 stammen und damit die Angaben zur Filmwirtschaft ein Jahr hinter dem jeweiligen Berichtsjahr, in diesem Fall 2010, zurückliegen. Für den vorliegenden Bericht ist es erstmals möglich, auf der Grundlage der Leistungs- und Strukturstatistik einen Vergleich über zwei Jahre anzustellen. Damit lassen sich die wesentlichen Parameter der Filmwirtschaft von der Anzahl der Unternehmen bis hin zum Investitionsverhalten, aber auch die Beschäftigungssituation detailliert in ihren Entwicklungen ablesen.

Die Umsätze der Branche werden von Statistik Austria kumuliert erhoben, die Vorleistungen werden nicht abgezogen. Wenn daher innerhalb der Branche Vorleistungen eingekauft werden (was bei der hohen Anzahl von EPUs und den spezifischen Produktionsbedingungen der Filmproduktion sehr wahrscheinlich ist) werden hier Umsätze mehrfach berücksichtigt. Die präzisere Betrachtung der Branche ist daher über die Bruttowertschöpfung sinnvoll, wo die Vorleistungen bereits abgezogen sind.

In Summe ist die Filmwirtschaft mit knapp 697 Millionen Euro Umsatzerlösen eine relativ kleine Branche. Angesichts von Umsatzerlösen der österreichischen Unternehmen von insgesamt 608 Milliarden Euro (Produktion und Dienstleistung ohne öffentliche Verwaltung, Sozialwesen und Kunst bzw. Unterhaltung und Erholung) bedeuten 697 Millionen Euro 0,11% der Gesamtumsätze. Was die Anzahl der Unternehmen betrifft, erreicht die Branche 0,7% und bei den Beschäftigten 0,25%. Damit ist die Filmwirtschaft eine pro Unternehmen durch die hohe Anzahl an Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) relativ beschäftigungsschwache und pro Unternehmen umsatzschwache Branche.

Innerhalb der Filmwirtschaft ist der Bereich Kino- und TV-Film mit zwei Drittel der Unternehmen, 47% der Umsätze und 46% der Beschäftigten der mit Abstand bedeutendste Bereich. Mit vergleichsweise wenigen Betrieben (112) erwirtschaften die Kinounternehmen fast ein Viertel der Umsätze der Branche und beschäftigen rund 30% aller Erwerbstätigen.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
nach oben| Unternehmen
Im Jahresvergleich 2008/2009 setzen sich die Entwicklungen in der Unternehmensstruktur fort: Die Anzahl der Unternehmen wächst in Form von Kleinstunternehmen (EPUs) weiter an - vor allem im Bereich der Kino- und TV-Filmherstellung. Hier stieg die Anzahl der hauptsächlich in diesem Bereich tätigen Unternehmen um 70 auf nunmehr 1.459 Unternehmen. In den übrigen Gruppen sinkt die Anzahl der Unternehmen, besonders bei den Videotheken
(-13,8%).

Weitgehend gleich geblieben ist die Anzahl der Produktionsunternehmen, die sich mit Werbe- bzw. Wirtschaftsfilmen beschäftigen. Auch die Nachbearbeitung zeigt nur geringe Veränderungen bei der Anzahl der Betriebe.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
nach oben| Umsatzerlöse
Die Unternehmen mit Schwerpunkt Filmherstellung und die Videotheken mussten 2009 Umsatzrückgänge von bis zu 17% hinnehmen. Die Umsätze bei der Produktion von Kino- und TV-Filmen fielen von 338,7 Mio. Euro auf 326,3 Mio. Euro und damit um rund 4%. WerbefilmherstellerInnen (- 11%) und ProduzentenInnen mit Schwerpunkt Wirtschaftsfilm (- 16%) wurden von der wirtschaftlichen Entwicklung noch stärker getroffen. Bei den Videotheken beträgt der Umsatzrückgang in nur einem Jahr 17%.

Die Produktion von Kino- und TV-Filmen ist nach wie vor für rund 47% der Branchenumsätze verantwortlich und unter Berücksichtigung von Werbe- und
Wirtschaftsfilmen steht die Produktion insgesamt für rund 57% der Branchenumsätze. 2008 waren es allerdings noch fast 60%.

Durch die weitere Konzentration der Kinounternehmen ist die Diskrepanz zwischen der Anzahl der Unternehmen und dem Anteil an den Branchenumsätzen noch gravierender geworden: 5,1% aller Unternehmen im Sektor erzielen 24,4% aller Umsätze. Bei den Verleihen entfallen auf 3,5% der Betriebe 10,9% der Branchenumsätze. Im Gegensatz dazu müssen sich bei den Produktionsfirmen 78,2% aller Betriebe mit 56,7% der Umsätze begnügen. Dieses Verhältnis hat sich durch die Vielzahl von Unternehmensgründungen noch verschlechtert.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
nach oben| Beschäftigte
Produktionsfirmen mit Schwerpunkt Werbe- und Wirtschaftsfilmherstellung weisen 2009 minimal geringere Beschäftigtenzahlen als im Vorjahr auf, allerdings mit deutlich geringeren Rückgängen, als das dem verminderten Umsatz entsprechen würde. ProduzentInnen von Kino- und TV-Filmen beschäftigten rund 4% oder 117 Personen mehr, dies bei einem Umsatzrückgang von 3,7%. Und diese Steigerung entsteht trotz der unübersehbaren weiteren Zunahme von EPUs, die üblicherweise ein Ausweichen von der Beschäftigung unselbständig Erwerbstätiger zu atypisch Beschäftigten signalisiert.

Diese Zunahme an Beschäftigten in der Produktion dürfte aber mit geringeren Löhnen einhergehen, da die Personalaufwendungen der Kino- und TV-FilmherstellerInnen von zuletzt 56,1% auf 54,5% im Jahr 2009 gesunken ist. Allerdings zahlen die Produktionsunternehmen nach wie vor deutlich über dem Schnitt der Branche, da 45,7% der Beschäftigten 54,5% der Personalaufwendungen gegenüber stehen. Noch höher sind die Löhne im Schnitt bei den Verleihfirmen, wo 3,8% der Beschäftigten 6,3% des Personalaufwands des Wirtschaftsbereichs verursachen. Und das Kino zahlt nach wie vor
unterdurchschnittlich: 29,1% der Beschäftigten müssen sich mit 21,3% der Lohnsumme begnügen. Noch ungünstiger ist diese Relation bei den Videotheken, wo auf 11% aller Erwerbstätigen lediglich 4,7% der Personalaufwendungen entfallen. Die Beschäftigungszuwächse im Kino (bedingt durch weniger Unternehmen und damit auch weniger selbständige UnternehmerInnen) und im Bereich der Nachbearbeitung korrespondieren mit den Lohnzuwächsen in diesen beiden Gruppen.
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
nach oben| Unselbständig Beschäftigte Lade Tabelle
Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
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Quelle: Statistik Austria, Leistungs- und Strukturstatistik 2009
 
nach oben| Struktur der Unternehmen
Der Fachverband der Film- und Musikindustrie erhebt jährlich Strukturdaten auf Basis der einschlägigen Gewerbeberechtigungen (Filmproduktion, Filmverleih, Film- und/oder Musikverlag, Tonstudio, usw.). Dabei unterscheidet der Fachverband zwischen EPUs und Unternehmen, die auch MitarbeiterInnen beschäftigen. Während Statistik Austria die einzelnen Einheiten nach dem unternehmerischen Schwerpunkt - unabhängig von den Gewerbeberechtigungen - zuordnet, erfasst der Fachverband ausschließlich die dem Industriebereich unterliegenden Gewerbeberechtigungen. Diese Daten sind daher mit den Ergebnissen der Statistik Austria nur beschränkt vergleichbar. Nominell nehmen die Zahlen der Unternehmen im Fachverband ungebrochen zu: Nach 7% Steigerungsrate von 2008 auf 2009 beträgt der Zuwachs von 2009 auf 2010 sogar 8,8%. Allerdings ist dieser Zuwachs - wie auch schon in den Vorjahren - ausschließlich auf die dramatische Zunahme der EPUs zurückzuführen, die im Jahresabstand um 31% zugenommen haben, während die Anzahl der Betriebe mit ArbeitnehmerInnen konstant geblieben ist. 93% aller Gewerbeberechtigungen fallen inzwischen auf EPUs, auf Unternehmen ohne ArbeitnehmerInnen.
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Quelle: Fachverband der Film- und Musikindustrie
 
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Quelle: Fachverband der Film- und Musikindustrie
 
nach oben| Produktionswert fertiggestellter Filme
Eine zusätzliche Kenngröße stellt der Produktionswert fertiggestellter Filme dar. Das ist der österreichische Anteil an den Gesamtherstellungskosten aller im Jahr 2010 fertig gestellter Filme. Im Jahr 2010 erreicht dieser Kennwert ein Niveau von 168,4 Mio. Euro. Der Wert liegt damit über dem Jahr 2009 (160,54 Mio. Euro), erreicht aber nicht das Niveau von 2008 (175 Millionen Euro). Auf Kinofilme entfallen davon 35,3 Mio. Euro (2009: 27,2 Mio. Euro), auf Fernsehfilme 99,5 Mio. Euro (2009: 97,2 Mio. Euro).
nach oben| Produktionswert fertiggestellter Filme
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Quelle: Fachverband der Film- und Musikindustrie
 
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Quelle: Fachverband der Film- und Musikindustrie