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Für den geförderten Film legt das Filmförderungsgesetz folgende Auswertungskaskade fest: Beginnend mit dem Kino wird der Film in weiterer Folge als Bildträger (DVD, Video) verkauft bzw. vermietet, nacheinander folgen Pay-Per-View, Pay-TV und letztlich Free TV. Um den Erfolg eines Films beurteilen zu können sind daher sämtliche Auswertungsergebnisse, also nicht nur die Besucherzahlen im Kino bzw. die Umsätze aus Box Office, national und international, zu berücksichtigen, sondern auch Erlöse aus Verkauf und Vermietung sowie die Marktanteile bzw. Zuseherzahlen im TV.

Durch eine Kooperation mit Nielsen EDI erreichen die Besucherzahlen einen Abdeckungsgrad von 96% für das österreichische Kino. Auf europäischer Ebene wird wie in den letzten Jahren auf die Zahlen von LUMIERE, der Europäischen Audiovisuellen Datenbank zurückgegriffen. LUMIERE stellt eine systematische Kompilation der europaweit verfügbaren Daten über die Kinobesuche aller Filme in Europa seit 1996 dar. Die Daten werden dabei jeweils von nationalen Quellen sowie dem MEDIA Programm der Europäischen Union zur Verfügung gestellt.

Seit rund 10 Jahren hat die so genannte „Sekundärverwertung“, also die Erzielung von Erlösen nach der Verwertung im Kino, die Verwertung im Kino deutlich überholt. Tendenziell werden also im Bereich der Fernsehausstrahlung und der Verwertung von DVD bzw. Videokassetten (Verkauf oder Vermietung) deutlich höhere Umsätze als im Kino erzielt. Dieser weltweite Trend wird anhalten.


Im Jahr 2005 sanken die Besucherzahlen in Österreich nach Jahren des Aufschwungs um 18% auf 15.070.000 Besucher; das ist der schwächste Wert seit 1999. Der Umsatz an den Kinokassen sank damit ebenfalls deutlich auf rund 95 Mio. Euro. Der durchschnittliche Kartenpreis erreichte mit knapp über 6 Euro erstmals wieder das Niveau der späten 90iger Jahre.

Diesem Besucher- und Umsatzrückgang steht ein deutlich höheres Angebot an Filmen gegenüber. 2005 wurden 334 Filme in die österreichischen Kinos gebracht, das sind um 54 Filme mehr als im Jahr davor. 112 dieser Filme stammen aus den USA und erreichen mit mehr als 11 Mio. Besuchen deutlich über 70% Marktanteil bei den Besuchen.

Während die Anzahl der Kinos geringfügig gesunken ist – von 176 im Jahr 2004 auf 173 im Jahr 2005 – gibt es mittlerweile 569 Kinosäle (nach zuletzt 560). Nach wie vor sind fast 40% der Kinos Einsaalkinos. Die Digitalisierung der Kinos in Österreich verläuft zögerlich. 2005 waren erst 12 Säle mit digitaler Projektionstechnik ausgestattet.

Das Kinopublikum ist zwar nach wie vor tendenziell jung, allerdings ist mittlerweile jeder fünfte Besucher eines österreichischen Kinos über 40 Jahre alt.

Mit 2,7% Marktanteil für nationale Produktionen nimmt Österreich in Europa eine der schwächeren Positionen ein. Während andere Länder von der Schwäche der US-Industrie 2005 durch Zuwächse für nationale Filme profitieren konnten, war das in Österreich nicht der Fall.
In der internationalen Auswertung konnte der österreichische Film (vor allem durch „Caché“ und „Darwin’s Nightmare“) mit mehr als 1,3 Mio. Besuchern in Europa beachtliche Erfolge feiern. In den USA wurden zusätzliche rund 700.000 Besucher erreicht. Dabei wird der große Erfolg von „Caché“ aber erst für das Jahr 2006 schlagend.

Für Österreich liegen leider noch immer keine validen Zahlen zu den Umsätzen aus Vermietung und Verkauf von DVD (VHS sind in ihrer Bedeutung bereits weit abgeschlagen) vor. Aufgrund fundierter Schätzungen kann aber von einem Umsatz von Euro 170 Mio. für Vermietung und Verkauf von Video/DVD ausgegangen werden (der überwiegende Anteil von etwa 80% entfällt dabei auf den DVD-Kaufmarkt). Das entspricht etwa einem Zehntel der deutlich besser dokumentierten Umsätze in Deutschland. Die Darstellung dieses zunehmend bedeutenden Verwertungsschrittes soll in den kommenden Filmwirtschaftsberichten auf eine neue Datenbasis gestellt werden.

Im ORF konnten sechs österreichische Produktionen jeweils mehr als eine Million Zuseher erreichen. Dazu kommen zahlreiche weitere Filme und vor allem Serien, die jeweils gegen internationale Konkurrenz bestehen konnten.