nach oben| Förderung und Finanzierungen
Die Eigenproduktion von Kinofilmen ist ohne Förderungsmittel europaweit nicht möglich, da die Erlöse aus allen Verwertungen die Kosten der Herstellung nicht annähernd abdecken. Fernsehen und neues Freizeitverhalten veränderten und verändern die Nachfrage nach Film im Kino. Gab es in Österreich 1958 noch 122 Millionen Kinobesuche und 1963 immerhin noch 84 Millionen, so verzeichneten Österreichs Kinos zu Beginn dieses Jahrhunderts etwa 17 Millionen Besuche pro Jahr. Ging jeder Österreicher (vom Baby bis zum Greis) 1958 17mal ins Kino, waren es 2005 nur mehr 3 Kinobesuche jährlich. In Europa wird daher die Förderung des nationalen Films als staatliche Aufgabe angesehen, die neben der Produktion eines Films auch dessen Umfeld miteinbezieht.

In Österreich etablierte sich ab 1980, mit dem Beschluss des Filmförderungsgesetzes und der Einrichtung des Österreichischen Filmförderungsfonds (heute: Filminstitut) eine staatliche Filmförderung, die den Film sowohl als kulturelles als auch wirtschaftliches Gut wertet. Zur Förderung „künstlerisch und gesellschaftlich relevanter“ Filme hatte das Bundesministerium für Unterricht und Kunst im Rahmen der Filmabteilung bereits 1973 einen Fachbeirat eingerichtet. Diese „Beiratsförderung“ ist heute in der Abteilung 3 des Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur etabliert.


Der österreichische Staat verfolgt generell drei Ziele, die in den Aufgabenstellungen der filmfördernden Institutionen enthalten sind:
- Mitwirkung an der Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen für den österreichischen Film (insbesondere Filmförderungsgesetz, Filmabkommen);
- Einrichtung und finanzielle Ausstattung von Förderstellen (Filminstitut, Fernsehfonds Austria, Filmförderung des Bundeskanzleramts) zur Unterstützung eigenproduzierter Filmvorhaben (vom Drehbuch über die Herstellung bis zur Verwertung);
- Stärkung des Medienstandorts Österreich („Location Austria“).

Ergänzt wird die Filmförderung des Bundes durch eine Filmfinanzierung des Österreichischen Rundfunks in Form des 1981 zwischen Filminstitut und ORF abgeschlossenen Film/Fernseh-Abkommens. Der ORF stellt dabei zur Mitfinanzierung der Herstellungskosten österreichischer Kinofilme jährlich 5,96 Mio. Euro zur Verfügung. Das entspricht 0,56% der Jahresgesamterträge des ORF in Höhe von 1.064,5 Mio. Euro. Darüber hinaus trug der ORF 2005 mit einem Betrag von insgesamt 448.200 Euro zur Promotion des österreichischen Kinofilms bei (in diesem Beitrag sind enthalten: Jahresförderung für die Austrian Film Commission und die Diagonale, Beteiligung an Kinopremieren und Einsätze von Trailern im österreichischen Fernsehen).


In den Bundesländern existieren Filmförderungen meist in den Kulturabteilungen der Landesregierungen. Schwerpunkt ist die Herstellungsförderung mit kulturellem Regionalbezug und wirtschaftlichen (touristischen) Regionaleffekten. Für die im Filmwirtschaftsbericht aufgenommenen filmfördernden Institutionen, die ein konkretes Jahresbudget über 500.000 Euro haben und kontinuierlich nach kulturellen und wirtschaftlichen Aspekten tätig sind, wurden die Jahreszuwendungen erstmals erfasst.

Die Filme wurden zur besseren Übersicht innerhalb der Kategorien Kinofilm und Fernsehfilm noch in Spiel- und Dokumentarfilme bzw. Serien unterschieden. Das steigende Interesse des Publikums am Dokumentarfilm im Kino wird auch durch eine verstärkte Förderung unterstützt: Von insgesamt 32 geförderten Kinofilmen (erstmalige Nennung) ist exakt die Hälfte dem Dokumentarfilm zuzuordnen. Die Internationalisierung des Filmschaffens zeigt sich daran, dass von 16 geförderten Spielfilmen, 12 Filme internationale Koproduktionen sind, darunter 5 Minderheitsproduktionen ohne wesentlichen inhaltlichen Österreichbezug. Im Dokumentarfilmbereich sind hingegen von den 16 Filmen 12 rein österreichisch finanzierte Filme.

Ergänzt wurde der Bereich Film weiters um die Anzahl der geförderten Filme und um eine Kategorisierung der Produktionskosten.

2005 erreicht das Auszahlungsvolumen der geförderten Fernsehfilme erstmals jenes der eigenproduzierten Kinofilme.