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MEDIA Programm

Das MEDIA Programm (Measures to Encourage the Development of the Audiovisual Industry) ist das Förderprogramm der EU zur Unterstützung der audiovisuellen Industrie in Europa. Österreich ist bereits 1992 dem MEDIA-Programm beigetreten. Das MEDIA I-Programm lief von 1990 bis 1995, das Folgeprogramm mit dem Namen MEDIA II wurde von 1996 bis 2000 festgesetzt. Das Programm MEDIA Plus lief von 2001 bis 2006 und hatte ein Gesamtbudget von 513 Millionen Euro, das auf vier Bereiche aufgeteilt war: Vertrieb, Entwicklung, Promotion und Fortbildung. Im Jahr 2005 setzten sich die Verhandlungen zur nächsten Generation von Förderprogrammen unter dem Namen „MEDIA 2007“ fort.
Jedes Mitgliedsland des MEDIA Programms verfügt über einen MEDIA Desk, der zum einen eine beratende Funktion ausübt und Antragstellern bei den Einreichungen Hilfestellung leistet, zum anderen als Informationsstelle in den jeweiligen Ländern die Öffentlichkeitsarbeit für MEDIA erledigt und als Bindeglied zwischen den nationalen Fördereinrichtungen und der Europäischen Kommission fungiert. MEDIA Plus ist für unabhängige Produzenten (Kino, Fernsehen, Multimedia), unabhängige Verleiher und Vertriebsunternehmen (Kino, Video, Weltvertriebe etc.) sowie Autoren, Regisseure, Kinobetreiber, Organisatoren von Seminaren und Filmmärkten etc. interessant. MEDIA übernimmt in der Regel maximal 50% der Gesamtkosten eines Projekts.
Die Europäische Kommission hat bei der Durchführung des Programms auf die Länder oder Regionen mit geringer audiovisueller Produktionskapazität und/oder mit kleinem Sprachgebiet oder geringer geographischer Ausdehnung besonders Bedacht zu nehmen.
MEDIA unterstützte die Weiterbildung von Lehrtätigen („Train the Trainer“) über das Projekt „VocINet“, konzipiert vom Salzburger International Center for New Media (ICNM), mit 57.400 Euro.
2005 wurde erstmals eine „i2i-Förderung“ für ein österreichisches Projekt vergeben, nämlich eine finanzielle Unterstützung für den Abschluss eines Completion Bond für die internationale Koproduktion „Klimt“ der Epo Film.

EURIMAGES - Europäischer Fonds zur Unterstützung der Herstellung von Koproduktionen und der Verbreitung von Kinofilmen

EURIMAGES wurde 1988 als Teilabkommen des Europarates mit Sitz in Strassburg gegründet, um Kinofilme, die als europäische Koproduktionen hergestellt werden, zu unterstützen. Es werden Spiel- und Dokumentarfilme, Kinder- und Animationsfilme gefördert. Diese Förderung erfolgt im Rahmen der Herstellung bei mindestens zweiseitigen Koproduktionen zwischen Mitgliedsländern des Fonds; als rechtliche Basis dient das Europäische Übereinkommen über die Gemeinschaftsproduktion von Kinofilmen (vom 2. Oktober 1992) bzw. zwischenstaatliche Filmabkommen. Bei der Förderung handelt es sich um eine Spitzenfinanzierung bis zu einer Höhe von 15% (bei Projekten mit einem Herstellungsbudget von unter 1,5 Mio. Euro können Mittel bis zu 20% zugesagt werden). Eine Beteiligung von Nicht-Mitgliedsstaaten bis zu 30% des Herstellungsbudgets ist möglich. Die Förderung erfolgt in Form eines erfolgsbedingt rückzahlbaren Zuschusses, rückzahlbar ab dem ersten Nettoerlös des Produzenten.
Neben der Herstellung unterstützt EURIMAGES auch den Verleih von europäischen Kinofilmen in Ergänzung zum MEDIA-Programm der Europäischen Union; d.h. es wird sowohl der Verleih von Filmen aus EU-Ländern in Nicht-EU-Länder gefördert, als auch der Verleih von Filmen aus Nicht-Mitgliedsländern in EU-Staaten. Dokumentar- und Kinderfilme werden bevorzugt behandelt; ihr Verleih wird in allen 32 EURIMAGES-Ländern gefördert. Auch Kinos in Ländern ohne MEDIA-Zugang werden von EURIMAGES gefördert.
Das Entscheidungsgremium von EURIMAGES ist das Direktionskomitee, das sowohl als Aufsichtsorgan wie auch für die Vergabe der Mittel an Projekte zuständig ist. Jedes Land entsendet in der Regel einen Vertreter zu den Sitzungen des Komitees. Die Abwicklung erfolgt durch das im Europarat ansässige Sekretariat.
2005 betrugen die Mittel von EURIMAGES 21.116.900 Euro, zusammengesetzt aus Beitragszahlungen der Mitgliedsländer, die sich aus dem BIP errechnen, und Rückzahlungen der geförderten Projekte. Der österreichische Mitgliedsbeitrag belief sich auf 450.007 Euro und stellt damit 2,32% der Beitragszahlungen aller Länder dar.