nach oben| 6.1 Spielfilmproduktion
Auf der Basis der verfügbaren Zahlen schätzt die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle die Gesamtzahl der 2005 in den 25 Staaten der Europäischen Union produzierten Filme auf ca. 798, 37 Filme mehr als 2004 (761 Filme).

Die meisten Länder der EU melden stabile oder steigende Produktionszahlen, wobei in Frankreich, Deutschland und Spanien sogar Rekordmarken erreicht wurden. 2005 wurden in Frankreich 240 Filme offiziell anerkannt, 28 mehr als 2004, dem Jahr, in dem der vorherige Höchststand erreicht worden war. Der Zuwachs ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Koproduktionen zurückzuführen. Dies trifft auch auf Deutschland zu, wo mit insgesamt 146 nationalen Neuerscheinungen ebenfalls ein neuer Rekord aufgestellt wurde. Bestätigt hat sich 2005 mit 43 Neuerscheinungen - gegenüber 34 im Vorjahr - auch der Aufwärtstrend in der deutschen Dokumentarfilmproduktion.

Rekordergebnisse sind auch in Spanien zu verzeichnen, wo 2005 insgesamt 142 spanische Spielfilme produziert wurden. Auch hier waren Koproduktionen Hauptmotor für das Wachstum. Im Vereinigten Königreich hingegen weisen die Zahlen für 2005 - nach einem deutlichen Einbruch im Jahr 2004 - wieder einen Anstieg der rein nationalen Filmproduktionen aus. Von den großen Märkten ist nur in Italien für 2005 ein rückläufiges Produktionsvolumen zu verzeichnen. Nach ersten Schätzungen ist die Zahl der Filmproduktionen von 138 im Jahr 2004 auf insgesamt 86 im Jahr 2005 zurückgegangen. In Dänemark ist die Produktion deutlich gestiegen (+16 Filme), leichte Zuwächse werden aus Estland (+3 Filme), Slowenien (+4 Filme) und Schweden (+3 Filme) gemeldet.

Das Investitionsvolumen in französische Filmproduktionen lag 2005 bei 933,7 Mio. Euro, ein Zuwachs um 4,6% gegenüber 2004. Dabei ist die Anzahl der Filme sowohl bei Produktionen mit besonders niedrigem (bis 1 Mio. Euro) als auch mit besonders hohem Budget (über 15 Mio. Euro) gestiegen. Aus dem Vereinigten Königreich wird für 2005 ein Rückgang des Investitionsvolumens in Filmproduktionen um 30% gemeldet (auf 568,8 Mio. GBP gegenüber 811,9 Mio. GBP im Jahr 2004), der zum Teil auf die Unsicherheit bezüglich der Zukunft der Steueranreize zurückzuführen sein dürfte, die bis zur Regierungserklärung vom Dezember 2005 geherrscht hat.

Anzahl der produzierten Spielfilme
Eine Abschätzung der Gesamtzahl der in der Europäischen Union produzierten Spielfilme ist immer noch schwierig. Gründe hierfür sind das Risiko, dass Koproduktionen doppelt gezählt werden und die national unterschiedlichen Verfahren bei der Erfassung dieser Daten. Berücksichtigt werden in den meisten Fällen Fiktionsfilme in Spielfilmlänge sowie für das Kino bestimmte Dokumentarfilme, obgleich eine Reihe von Ländern auch spezielle Zahlen für Dokumentarfilme in Spielfilmlänge bereitstellen (Dänemark, Finnland und Deutschland).