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Filmförderung allgemein

Die Filmförderung verdankt ihre Legitimität der Rolle des (eigenproduzierten) Films als Kulturgut. Die Erhaltung der kulturellen Vielfalt und die ästhetische Qualität sind kulturpolitische Ziele. Generell gilt für die Kulturpolitik, dass in ihr wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle spielen. Für Förderung der Kulturwirtschaft müssen daher auch eigene Maßstäbe angelegt werden. Das Kriterium des zu erwartenden Erfolges an den Kinokassen ist ebenso als ein kulturpolitisches Ziel zu sehen. Auch ambitionierte Filme haben ihr Publikum zu erreichen, andernfalls macht Filmförderung nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell keinen Sinn.

Ohne eine durch staatliche Regelungen vermittelte und zum überwiegenden Teil aus öffentlichen Mitteln finanzierte Förderung des Kinofilms würden es Produktionen mit österreichischem Ursprung vermutlich kaum mehr geben, jedenfalls wäre es um die Vielfalt des Filmschaffens wesentlich schlechter bestellt. In Europa wird die Förderung des Kinofilms in den meisten Ländern auch als eine staatliche Aufgabe angesehen. Spätestens seit dem Beschluss des Filmförderungsgesetzes im Jahr 1980 haben sich auch in den Bundesländern Filmförderungen etabliert, in denen die Förderung des Films als Kulturgut ebenso wie die Aspekte der regionalen Wirtschaftsförderung und der Standortpolitik zum Tragen kommen.


Die Filmförderung des Bundes

Die folgenden fünf Bereiche bilden eine Einheit der Filmpolitik des Bundes, die den österreichischen Film als Kultur- und Wirtschaftsgut im In- und Ausland unterstützt:

• Die Verbesserung der ökonomischen Leistungsfähigkeit des österreichischen Films durch die Förderungs- und Beratungstätigkeit des Österreichischen Filminstituts,
• die Förderung des eigenproduzierten Fernsehfilms durch den Fernsehfonds Austria in der RTR-GmbH,
• die Förderung des künstlerischen Films (ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Rentabilität) durch das Bundeskanzleramt mithilfe des „Filmbeirats“,
• die Gestaltung günstiger rechtlicher Rahmenbedingungen für den österreichischen Film (Filmförderungsgesetz, Filmabkommen),
• die Präsentation österreichischer Filme im In- („Diagonale“) und Ausland („Austrian Film Commission“), des Medienstandorts Österreich („Location Austria“ und insbesondere auch das künstlerische Film- und Videoschaffen („SixPack“).

Der direkt auf die künstlerische Qualität gerichteten Filmförderung des Bundes (Bundeskanzleramt/Kunstsektion) stehen jährlich für die Förderung der Drehbucherstellung, der Projektentwicklung und der Filmherstellung Subventionsmittel in Höhe von ca. 1,3 Mio. Euro zur Verfügung. Die Förderung dient dem Ziel, den künstlerischen Rang des österreichischen Films zu steigern und zur Verbreitung österreichischer Filme mit künstlerischer Qualität beizutragen. Sie ist daher an künstlerischen Kriterien orientiert und wird aufgrund einer Empfehlung des Expertengremiums „Filmbeirat“ vergeben; wirtschaftliche, wirtschaftspolitische oder standortbezogene Gesichtspunkte sowie die Erwartung wirtschaftlicher Rentabilität an die geförderten Filme spielen dabei keine Rolle.

Ergänzt wird die Filmförderung des Bundes durch eine Filmfinanzierung des ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens (mit dem Filminstitut). Der ORF stellt zur Mitfinanzierung der Herstellungskosten österreichischer Kinofilme jährlich Mittel zur Verfügung – 2004: 5,96 Mio. Euro, das sind 0,61% der Jahresgesamterträge des ORF in Höhe von 966,8 Mio. Euro (444,5 Mio. Euro Gebühreneinnahmen von 2,65 Mio. Gebührenzahlern, 312,1 Mio. Euro Werbeeinnahmen sowie 210,2 Mio. Euro sonstigen Erträgen).


Die Filmförderung der Länder

Das Gesamtvolumen der Filmförderung der Länder beläuft sich im Bereich Herstellungsförderung im Jahr 2004 auf 20,6 Mio. Euro. Allein der Filmfonds Wien stellte dafür Mittel in Höhe von 9,17 Mio. Euro zur Verfügung. Die anderen Bundesländer (Niederösterreich, Salzburg, Tirol, Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark und zeitweise Kärnten) unterhalten kleinere Filmfördereinrichtungen.

Schwerpunkt der Filmförderungen der Länder ist die Herstellungsförderung. Sie dient im Wesentlichen der Stärkung und dem Ausbau der Medienstandorte der Länder und ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die mittelständische Industrie. Für die Vergabe von Fördermitteln wird in der Regel die Erzielung von wirtschaftlichen Regionaleffekten bei inhaltlichem Regionalbezug vorausgesetzt. Analysiert man die Statuten der verschiedenen Förderungsinstitutionen, so stellt man fest, dass mit der Subventionspolitik vor allem drei verschiedene Zielstrategien verfolgt werden: Tourismus, Kultur und Wachstum. Alle drei Strategien haben gemeinsam, dass sie den Einsatz von Produktionssubventionen bedingen.