nach oben| Filmwirtschaft
Die Filmwirtschaft umfasst im Kern die Filmproduktion (in Form von Auftrags- und Eigenproduktion), den Filmverleih und die Filmvorführung (Kino).

Die Filmproduktion (Herstellung von zur öffentlichen Aufführung bestimmten Laufbildern und Bildträgern jeder Art) ist seit 1994 ein freies Gewerbe, dh die Ausübung ist an keinen Befähigungsnachweis gebunden. Die Unternehmen der Filmwirtschaft sind per Gesetz Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich und dem Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie zugeordnet. Ende 2004 hatte der Fachverband aus allen Bereichen der Filmwirtschaft insgesamt 3.072 Mitglieder, davon waren im Schnitt 75% (2.293) Einzelpersonenunternehmen (EPU), wobei Wien mit 88% an der Spitze steht und Oberösterreich mit knapp mehr als 50% das Ende der Liste bildet. 518 Gewerbeberechtigungen waren ruhend gestellt, also im Beobachtungsjahr nicht aktiv wirtschaftend tätig.

2004 waren 1.494 Filmhersteller aktiv tätig - die 237 Neuanmeldungen und 140 Löschungen im Laufe des Jahres sind dabei berücksichtigt. Im Vergleich dazu waren vor der Liberalisierung der Gewerbeordnung (1994) 618 Filmhersteller tätig, d.h. in 10 Jahren hat sich die Zahl der Gewerbebetriebe mehr als verdoppelt (2,4 fache). Unter Annahme einer etwa gleichen Verteilung beschäftigen nur etwa 180 Firmen Mitarbeiter, der Rest (etwa 1.340 Gewerbebetriebe) kann der Gruppe der Einzelpersonenunternehmen (EPU) zugeordnet werden. Die Filmwirtschaft beschäftigte 2004 insgesamt 4.970 unselbständig Erwerbstätige (das sind um 8,7% mehr als im Jahr 2003 bzw 30% mehr als 2000), davon entfallen 2.450 auf die Filmproduktion.

Die österreichische Filmwirtschaft erzielte 2004 eines Gesamtproduktionswert in Höhe von 188 Mio. Euro, wovon der österreichische Anteil der 15 Kinofilme etwa 10%, ds 18,5 Mio Euro beitrug. Es gibt eine mehr oder minder florierende Fernsehfilmindustrie, die sich in der Regel auf die Durchführung von Auftragsproduktionen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen beschränkt. Für den eigenproduzierten Kinofilm besteht nur ein sehr beschränkter heimischer Markt und daher auch keine ausgeprägte Kinofilmindustrie.

Auftragsproduktion - Eigenproduktion

Ein Film gilt als Eigenproduktion (z.B. im Sinne des Filmförderungsgesetzes), wenn der Produzent den Film im eigenen Namen und auf eigene Rechnung herstellt und die Verantwortung für die Durchführung des Filmvorhabens trägt. Eine unerlässliche und unverzichtbare Voraussetzung dafür ist die Inhaberschaft an den Nutzungsrechten am Filmwerk und das Eigentum am Filmmaterial. Die Aufgaben der Produzenten im Bereich des Auftragsfilmes unterscheiden sich von den unabhängigen Produktionen (Eigenproduktionen) in einigen wesentlichen Punkten: Thema und Zielsetzung werden vom Auftraggeber bestimmt, die Finanzierung ist Sache des Auftraggebers.

Für die Auftragsproduktion ist also bestimmend, dass ein Dritter dem Filmproduzenten den Auftrag auf Herstellung eines Filmwerks erteilt, den dieser als selbständiger Unternehmer durchführt. Das wirtschaftliche Risiko und die Finanzierung des Films werden hier dem Produzenten weitgehend abgenommen. Als selbständiger Unternehmer erwirbt der Filmproduzent im Rahmen der Filmherstellung die Nutzungs- und Leistungsschutzrechte der am Filmwerk Mitwirkenden und das Eigentum am Film-Negativ. Wenn im Produktionsvertrag nicht anders vereinbart, gehen die Verwertungsrechte mit der Ablieferung des Filmes in die Hände des Auftraggebers über. In rechtlicher Hinsicht charakterisiert sich die Auftragsproduktion gemäß der jeweiligen Vertragsstruktur als Werkvertrag. Sie wird vor allem auf den Gebieten der Fernseh-, Industrie- und Werbefilmproduktion praktiziert.